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Montag, 12.03.2018

Düster, fesselnd, mysteriös

Ulrich Noethen ermittelt als Psychiater in einem Mord- und Entführungsfall, der nichts für schwache Nerven ist.

Von Johannes von der Gathen

Ruiz (Jürgen Maurer, l.) und Joe (Ulrich Noethen, r.) finden ein leeres Haus mit einem seltsam eingerichteten Zimmer mit einem buddhistischen Wandteppich. Ist das das Haus des Täters?
Ruiz (Jürgen Maurer, l.) und Joe (Ulrich Noethen, r.) finden ein leeres Haus mit einem seltsam eingerichteten Zimmer mit einem buddhistischen Wandteppich. Ist das das Haus des Täters?

© ZDF und Marion von der Mehden

Ein Allerweltsdoktor ist dieser Typ nun wirklich nicht. Der eigenwillige Hamburger Psychiater Dr. Joe Jessen (Ulrich Noethen) hat die Gabe, tief in seelische Abgründe zu blicken und die Psyche von Straftätern zu entschlüsseln. Dabei ist es um sein eigenes Seelenleben eher schlecht bestellt. Workaholic Jessen hat Parkinson, und er leidet wie ein Hund unter der Trennung von seiner Frau. Die freien Tage, die er mit der gemeinsamen Tochter Charlotte (Lilly Liefers, die Tochter von Jan Josef Liefers) verbringen wollte, enden fast in einer Katastrophe. Aber die Zuschauer mögen den Exzentriker Joe Jessen. In der neuen, mittlerweile fünften Folge „Sag, es tut dir leid“ ermitteln Jessen und seine Kollegen Vincent Ruiz (Jürgen Maurer) und Anne Bartholomé (Marie Leuenberger) in zwei Mordfällen, die auf mysteriöse Weise miteinander verbunden sind.

Nur widerwillig lässt sich Jessen darauf ein, nach einem Doppelmord an einem älteren Ehepaar den dringend tatverdächtigen, psychisch labilen Andreas Schaller (Sabin Tambrea) zu befragen. Gleichzeitig zu den Ermittlungen wird am Containerhafen die Leiche der jungen Tanja Bredesen gefunden, eines von zwei „Elbmädchen“, die vor zwei Jahren entführt wurden. Jessen glaubt nicht an Schallers Schuld. Für ihn ist der Verdächtige ein kühl handelnder, skrupelloser Psychopath. Das zweite „Elbmädchen“ ist immer noch in seiner Gewalt.

Auch dieser düstere Fall basiert auf einem Kriminalroman von Michael Robotham. Die Drehbuchautoren Jürgen Werner und Mathias Klaschka verlegten die Handlung von London nach Hamburg. In der Regie von Thomas Roth entstand ein ungewöhnlich spannender Film, der nichts für Zuschauer mit schwachen Nerven ist.

Die wenigen entspannten Momente entstehen immer dann, wenn sich der penible Seelenforscher Jessen mit dem bulligen, impulsiven Kommissar Ruiz Wortduelle liefert. „Wissen Sie was, Doktor, ihr überlegenes Getue nervt“, ist da noch eine der harmloseren Frotzeleien. (dpa)

„Neben der Spur: Sag, es tut dir leid“, 20.15 Uhr, ZDF

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