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Mittwoch, 12.09.2018

Dresdens neuer Weber-Wettbewerb

Junge Pianisten sollen eine internationale Bühne erhalten. Preisgelder gibt es reichlich. Noch aber fehlen Quartiere.

Von Bernd Klempnow

Carl Maria von Weber ist in Dresden eine feste Größe – nicht nur in der Semperoper. Der Name des Königlichen Kapellmeisters ziert die Hochschule, ein Stipendium ist nach ihm benannt und ab 2019 wird es – mal wieder – einen gleichnamigen Wettbewerb geben. Es gab bereits zu DDR-Zeiten einen renommierten Weber-Wettbewerb. Der neue ist für Pianisten von elf bis 20 Jahre ausgeschrieben. Veranstalten wird ihn das Sächsische Landesgymnasium für Musik vom 24. bis 28. April.

„Die Vorbereitung auf einen Wettbewerb motiviert Klavierschüler und -studenten ungemein, doch es gibt zu wenig solcher Vergleiche in Sachsen“, sagt Mirjana Rajic, Pädagogin am Musikgymnasium und an der Musikhochschule, die den Wettbewerb initiiert hat und nun organisiert. „Außerdem ist das eine gute Gelegenheit, die Klavierwerke von Weber, die meist wenig bekannt sind, aufzuführen. Vielleicht motiviert der Wettbewerb manch deutsches Talent, doch Pianist zu werden.“ An den Hochschulen würden fast nur noch Asiaten studieren. Die Wettbewerbsjurys sind hochkarätig besetzt, die Runden für Zuhörer offen. Bis März läuft die Anmeldung.

Der Clou: Rajic hat nicht nur erstaunliche Preisgelder von 23 000 Euro bei Sponsoren aufgetrieben. Klavierfabriken stellen zudem kostenlos ihre Instrumente zur Verfügung. Die Weber-Gesellschaft stiftet einen Sonderpreis und stellt die Noten zur Verfügung. Und die Erstplatzierten in den vier Altersklassen erhalten Auftrittsmöglichkeiten etwa beim Moritzburg Festival oder mit den Dresdner Kapellsolisten. Das Preisträgerkonzert findet sogar im Rahmen der Musikfestspiele im Juni statt.

Nur eines bereitet Mirjana Rajic Sorgen. Die Teilnehmer müssen sich um die Unterkunft selbst kümmern. „Doch Hotels können sich aber die wenigsten der Teilnehmer leisten.“ Ergo: Quartiereltern gesucht!

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