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Freitag, 06.03.2009

Der Bildhauer Rudolf Sitte ist gestorben

Königsbrück. Der Künstler Rudolf Sitte, Bruder des berühmten Malers Willi Sitte, ist tot. Er starb am Mittwoch in einer Klinik, wo zunächst eine Sturzverletzung und später Komplikationen behandelt wurden.

Rudolf Sitte, geboren 1922 im heutigen Tschechien, nahm 1946 ein Studium an der Dresdner Kunstakademie auf, wurde jedoch im Zuge der Formalismusdebatte exmatrikuliert und für ein Jahr als Hauer in die Wismut geschickt. 1955 schloss er sein Studium mit dem Diplom als Wandmaler ab. Als Mitglied der Dresdner Künstlergenossenschaft Kunst&Bau war er an zahlreichen Projekten in Dresden und Umgebung beteiligt und lehrte über baugebundene Kunst.

Für die Sächsische Zeitung hatte er Anfang der 1970er Jahre ein abstraktes Betonrelief geschaffen, das den Zeitungsdruck symbolisiert. Es hängt in einem Innenhof und kann vom Konferenzsaal des Dresdner Hauses der Presse aus besichtigt werden. Seit den 1990er Jahren lebte Rudolf Sitte mit seiner Frau in Königsbrück und kümmerte sich um streunende Katzen. Biografische Splitter überschrieb er doppeldeutig mit „Ein Leben für die Katz“.

Bis zuletzt war Rudolf Sitte in der Öffentlichkeit aktiv. Eine Dokumentation seiner Arbeiten aus diversen Schaffensperioden und Grafiken jüngeren Datums zeigt derzeit noch bis zum 11.März das Haus der Architekten in der Dresdner Goethe-Allee. (SZ)