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Sonntag, 21.06.2015

Ansichtskarte von Picasso für 166 000 Euro versteigert

Ein privater Sammler aus Übersee muss nun aber mehr als 200 000 Euro für das seltene Exemplar hinblättern.

Diese Postkarte, die Pablo Picasso 1918 nach Paris schickte, brachte bei einer Auktion 166000 Euro.
Diese Postkarte, die Pablo Picasso 1918 nach Paris schickte, brachte bei einer Auktion 166 000 Euro.

© Auktionshaus Gärtner/dpa

Bietigheim-Bissingen. Für 166 000 Euro ist am Samstag eine Postkarte von Pablo Picasso versteigert worden. Wie das Auktionshaus Gärtner in Bietigheim-Bissingen (Baden-Württemberg) mitteilte, geht sie an einen privaten Sammler aus Übersee. Zuzüglich der Provision muss der Telefonbieter mehr als 200 000 Euro zahlen. Es habe ein spannendes Bieterduell auf Deutsch, Englisch, Französisch und Russisch gegeben.

Das Ausgangsgebot für die nahezu 100 Jahre alte Ansichtskarte hatte bei 100 000 Euro gelegen. Sie zeigt einen Blick auf die Stadt Pau in Südfrankreich. Der Clou aber ist die Rückseite: Anstelle eines Textes versah Picasso (1881-1973) die Postkarte mit einer Zeichnung, die seiner kubistischen Serie „La nature morte“ zuzuordnen sei.

Picasso hatte den Gruß am 5. September 1918 an den Dichter und Freund Guillaume Apollinaire nach Paris geschickt. Eine Expertise bestätigt die Echtheit. Picasso und Apollinaire standen sich sehr nahe, 1918 war der Maler Trauzeuge des Dichters.

Die Karte hat Apollinaire nie erreicht. Sie ging zurück, wie der Aufdruck „REBUT“ zeigt. Picasso hatte den Empfänger „Don Guillermo Apollinaire“ auf Spanisch geschrieben. Nur wenige Monate später erlag Apollinaire der Spanischen Grippe. Bekommen hatte das Auktionshaus die Karte von einer französischen „Unternehmerpersönlichkeit“. (dpa)

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