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Mittwoch, 16.05.2018

Kult-Konzert im Teichhaus

Rockmusiker Hans die Geige spielt am Freitag wieder einmal im Ottendorfer Teichhaus. Diesmal auf eine besondere Art – nämlich komplett ohne technische Hilfsmittel.

Von Nadine Steinmann

Hans die Geige kann seit 45 Jahren von seiner Musik leben, hat nie pausiert oder andere berufliche Tätigkeiten ausüben müssen. Am Freitag gastiert er wieder einmal im Ottendorfer Teichhaus.
Hans die Geige kann seit 45 Jahren von seiner Musik leben, hat nie pausiert oder andere berufliche Tätigkeiten ausüben müssen. Am Freitag gastiert er wieder einmal im Ottendorfer Teichhaus.

© PR

Ottendorf-Okrilla. In Ottendorf ist Rockmusiker Hans die Geige nicht unbekannt. Das Gegenteil trifft eher zu. Denn seine Konzerte kurz vor dem Pfingstwochenende im Gasthof „Altes Teichhaus“ sind zur Tradition geworden. An diesem Freitag tritt er hier bereits zum elften Mal auf.

Dabei soll es den treuen Zuhörern nie langweilig werden. Deswegen überlegt sich der Musiker immer wieder etwas Ausgefallenes, etwas Neues – und diesmal können ihn die Gäste des Teichhauses tatsächlich auf eine ganz besondere Weise kennenlernen. Ganz für sich allein mit seiner Geige. Denn am Freitag tritt er erstmals unplugged vor seine Zuhörer, verzichtet auf sämtliche elektronische Hilfsmittelchen, wie Verstärker oder Ähnliches. Es gibt nur ihn und seine Geige. Und – zugegebenermaßen – Gitarrist Thomas Glatzer, den Hans die Geige eingeladen hat, um einige seiner Stücke neu arrangiert zu Gehör zu bringen.

Worauf sich die Gäste des Teichhauses ebenfalls freuen können: Der Musiker feiert in diesem Jahr sein 45-jähriges Bühnenjubiläum. Grund genug, einmal etwas intensiver aus dem Nähkästchen zu plaudern. Löchern will ihn an diesem Abend Christine Dähn. Die einstige DDR-Jugendradiomoderatorin will dem Musiker auf den Zahn fühlen, genauer nachfragen, zu guten und weniger guten Zeiten und ihm die eine oder andere Anekdote entlocken.

Hans wird Stellung nehmen zu Fragen über Fragen: Wie kam es zur Entscheidung für die Rockmusik anstelle der studierten Klassik? Was hatte es mit dem Teufelsgeiger auf sich? Wann und warum folgte der Entschluss, eher als Solist tätig zu sein? Und wie erlebte er die Wendezeit? All das und mehr lässt eine Fülle interessanter Gesprächsthemen an diesem Abend erahnen. Auch die Gäste werden Gelegenheit haben, die sie beschäftigenden Fragen selbst an den Künstler zu richten.

Kleine Broschüre im Gepäck

Natürlich wird es Hörproben aus seiner in diesen Tagen erscheinenden neuen CD „Viersaitig unterwegs“ geben – direkt von der CD, aber auch unplugged umgesetzt von Thomas Glatzer und dem Rockgeiger. Zusätzlich hat Hans die Geige anlässlich des besonderen Jubiläums eine kleine Broschüre im Gepäck, die den Titel „Das alles bin ich“ trägt.

Dabei handelt es sich um eine Art interaktive Biografie. Denn das Werk hat zahlreiche Mitautoren, die quasi als Zeitzeugen mit ihren Beiträgen aus verschiedenen Perspektiven ein Künstlerporträt von Hans zeichnen. So kommt unter anderem sein erster Kapellenleiter Sieghart Schubert zu Wort, der beispielsweise den jungen noch etwas unreiferen Hans beschreibt, als er in der Schubert-Formation spielte. Auch Kollege Michael Heubach (Komponist von „Du hast den Farbfilm vergessen“, „Tagesreise“) kommt zu Wort, erinnert sich an gemeinsame Jahre auf der Spezialschule für Musik in Halle und die Aura eines „Dreikäsehochs“, die den damals Zwölfjährigen Hans umgibt. Es gibt also einiges zu erfahren!

Der Eintritt für diesen „vielsaitigen“ Abend beträgt 20 Euro. Einlass ist ab 18 Uhr. Unter der großen Kastanie des Teichhauses (Teichstraße 4) ist genug Platz für alle interessierten Zuhörer. Niemand braucht also Angst haben, keine Karten mehr zu bekommen.