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Freitag, 09.03.2018

Kritik und Aussprache

Bei Olympia galt die Staffel der deutschen Biathletinnen als Topfavorit. Am Ende sprang nur Platz acht heraus. Darüber wird nun öffentlich debattiert.

Von Volker Gundrum

Ein Blick zurück im Zorn: Auch wenn sie es nicht so gemeint haben will – Franziska Hildebrand hat mit ihrer Kolleginnenkritik bei den deutschen Biathletinnen für Gesprächsbedarf gesorgt.
Ein Blick zurück im Zorn: Auch wenn sie es nicht so gemeint haben will – Franziska Hildebrand hat mit ihrer Kolleginnenkritik bei den deutschen Biathletinnen für Gesprächsbedarf gesorgt.

© dpa

Das gute Abschneiden der deutschen Biathleten beim ersten Weltcup nach den Olympischen Spielen rückte schnell in den Hintergrund. Dabei lieferten Arnd Peiffer als Fünfter, Erik Lesser als Siebenter und Simon Schmepp als Achter beim Sieg des Russen Anton Schipulin im finnischen Kontiolahti eine gute Mannschaftsleistung ab. Doch das Olympia-Desaster der deutschen Damenstaffel hatte zuvor noch einmal für Nachwehen gesorgt.

In Pyeongchang war das Team nach einer einmaligen Weltcup-Erfolgsserie als Topfavorit gestartet, aber nur als Achter ins Ziel gekommen. Weil nun mit Franziska Hildebrand die dienstälteste Skijägerin Kritik an Bundestrainer Gerald Hönig und ihren Teamkolleginnen geübt hatte, gab es vor dem Weltcup-Sprint am Freitag in Kontiolahti eine Aussprache.

In ungewöhnlich scharfer Form hatte die 30-Jährige in der Mitteldeutschen Zeitung (MZ) ihren Unmut ausgedrückt. Die in Ruhpolding lebende Skijägerin sagte im ZDF nun: „Ich denke, das kriegen wir wieder hin. Das ist eine Sache, die wir mannschaftlich aufarbeiten – und da auch gestärkt rausgehen können.“ Zuvor hatte sie in der MZ noch erklärt: „Ich hätte die Staffel anders aufgestellt und das Goldquartett von 2017 laufen lassen.“

Statt auf die Weltmeister-Staffel von Hochfilzen mit Vanessa Hinz, Hildebrand, Maren Hammerschmidt und Dahlmeier zu setzen, brachte Hönig mit Franziska Preuß und der zweimaligen Saisonsiegerin Denise Herrmann zwei neue Läuferinnen. In dieser Besetzung hatten die deutschen Biathletinnen in Ruhpolding den Staffel-Wettbewerb gewonnen. Hönig hatte also – auch nach den olympischen Einzelresultaten – Argumente für die Nominierung.

Doch es ging schief, schon Startläuferin Preuß war wie schon vor vier Jahren in Sotschi im Pech – Hildebrand schob das auf ein labiles Nervenkostüm ihrer Kollegin. „Und dann hat unsere zweite Läuferin noch unheimlich viel Zeit am Schießstand gelassen“, sagte Hildebrand, die an Position drei laufend selbst eine Strafrunde schoss, über Herrmann. Im ZDF ruderte Hildebrand nun zurück: „Da kamen ein paar Sachen, die ich so nicht gemeint habe.“ Der Bundestrainer hofft, dass der Konflikt nicht die Leistung beeinträchtigt. „Wir haben schon in Korea über die Situation gesprochen. Damit wir den Kopf freibekommen, für das, was noch kommt“, sagte Hönig. (dpa)

TV-Tipp: Sprint der Frauen live im ZDF, Fr., 17.45 Uhr.

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