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Dienstag, 02.10.2018

Kritik am Bau neuer Funktürme

Ein Gemeinderat warnt vor den Gefahren für die Gesundheit der Anwohner – und bringt eine Bürgerinitiative ins Gespräch.

Von Antje Steglich

Symbolbild: ein Mobilfunkmast
Symbolbild: ein Mobilfunkmast

© Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Röderau. Die Verpachtung eines Grundstückes in Röderau für den Bau eines etwa 40 Meter hohen Funkturmes hat wiederholt für Diskussionen unter den Zeithainer Gemeinderäten gesorgt. „Das Thema ist umstritten und kann – wie bei Windrädern – gesundheitliche Beeinträchtigungen nach sich ziehen. Es wird sicher Einwände aus der Bevölkerung geben“, sagte BIG-Gemeinderat Dieter Wamser. Er sei zwar nicht dafür, den Bau solcher Stahlgittermasten bereits von vornherein abzulehnen, allerdings möchte er solche Entscheidungen gut abgewägt wissen. Er und seine Fraktion hätten jedoch nicht das Gefühl, das sei in diesem Fall geschehen.

In der vergangenen Gemeinderatssitzung hatte die Verwaltung darüber informiert, dass es eine Anfrage zur Pachtung einer Fläche zwischen Bolz- und Tennisplatz in Röderau gibt. Die Telekom-Tochter Deutsche Funkturm will dort einen neuen Funkmasten errichten, damit die Telekom darauf Sender für LTE- und GSM-Dienste aufbauen kann – also zur Verbesserung des mobilen Internets sowie der „normalen“ Sprachtelefonie. Die neuen Masten, wie sie etwa auch in Riesa-Merzdorf geplant sind, dienen dabei vor allem der Versorgung der Bahnlinie.

Erst nach einigen Diskussionen hatte sich der Gemeinderat entschlossen, einer Verpachtung des kommunalen Grundstückes zuzustimmen. Er folgte damit der Argumentation von Bürgermeister Ralf Hänsel (parteilos): „Wenn wir das Grundstück nicht verpachten, dann suchen sie sich einfach ein anderes Privates. So nehmen wir wenigstens noch 2 000 Euro Pacht im Jahr ein.“ Über den eigentlichen Bauantrag müsste dann noch separat entschieden werden, die Kommune habe da aber wenig Einflussmöglichkeiten. Dieter Wamser indes findet das zu kurz gedacht. Seiner Meinung nach würden die Gefahren von Elektrosmog zu wenig thematisiert und den Betroffenen zu wenig Mitspracherecht eingeräumt: „Dann müssen wir eben eine Bürgerinitiative gründen.“