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Dienstag, 23.10.2018

Kreischef will Arbeitsbedingungen der Feuerwehren verbessern

Der Versicherungsschutz der Kameraden sei oft unzureichend, sagt Gert Schöbel, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes.

Gert Schöbel, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes, will mehr junge Leute für den Dienst in den Freiwilligen Feuerwehren begeistern.
Gert Schöbel, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes, will mehr junge Leute für den Dienst in den Freiwilligen Feuerwehren begeistern.

© Bernd Goldammer

Rödertal. Mehr junge Leute für die Arbeit in den freiwilligen Feuerwehren gewinnen. – Das hat sich der Radeberger Gert Schöbel in seiner Funktion als Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes vorgenommen. Mancherorts können die Tagesbereitschaften kaum noch aufrechterhalten werden, obwohl sich ehrenamtliche Jugendwarte vielerorts zeitaufwendig darum kümmern.

Generell seien die Feuerwehren im Rödertal sehr gut aufgestellt, sagte er bei der feierlichen Indienststellung eines neuen Löschfahrzeuges der Radeberger Feuerwehr. An der guten Entwicklung der Wehr in der Stadt hat er selbst beachtlichen Anteil. Schon mit 16 trat er 1976 in die Wehr ein. Sein Großvater Karl Schilling hat sich damals wohl am meisten darüber gefreut. Er gehörte zu den Urgesteinen der Radeberger Ortswehr und nahm seinen Enkel gern zu Übungen mit.

Gert Schöbel absolvierte zahlreiche feuerwehrtypische Qualifikationen im organisierten Selbststudium. Bei den Prüfungen wurde ihm damals nichts geschenkt. 1990 wurde er vom damaligen Bürgermeister, Dr. Frank Petzold, zum Radeberger Wehrleiter berufen.

Das war eine ganz besondere Zeit. „Das alte System war weg und das neue war noch nicht da. Es musste etwas aus dem gemacht werden , was gerade zur Verfügung stand“, erinnert er sich. Er war Wehrleiter und wurde später zum Stadtwehrleiter gewählt. Jetzt vertritt er die Interessen der Feuerwehrleute im Landkreis Bautzen. Sein großer Erfahrungsschatz aus vielen Einsätzen wird ihm in dieser neuen Funktion hilfreich sein.

Einige Brände in seiner Heimatstadt wird er nie vergessen. Die Brandstiftung beim Reifenservice Mieth zum Beispiel. Damals war die Bierstadt ziemlich nah einer Katastrophe vorbei geschrammt. Viele Feuerwehren eilten den Radebergern zu Hilfe. Eine dichte schwarze Rauchsäule stand über der Bierstadt. Der Wind drückte sie aus der Stadt hinaus. „Damals habe ich auch Angst gehabt.“ Die Messfahrzeuge des Landkreises waren vor Ort und überwachten die gefährliche Rauchentwicklung. Evakuierungen waren plötzlich nicht mehr auszuschließen.

Auch die Brände auf der Radeberger Bahnhofsstraße, in den leer stehenden Gebäuden der Firma Eschenbach, bleiben ihm in Erinnerung. Auch deshalb, weil das Zusammenspiel aller Feuerwehren der Stadt stets bestens funktionierte. In seiner neuen Aufgabe wird er sich für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Feuerwehren im Kreisverband einsetzen.

Es gibt aber auch Dinge, die den neuen Chef des Kreisfeuerwehrverbandes zur Weißglut bringen. Die Einsatzkräfte werden bei ihren ehrenamtlichen Einsätzen behindert, verbal und sogar tätlich angegriffen. „Solche Verwahrlosungen müssen stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden“, betont Gert Schöbel. (BG)