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Freitag, 14.09.2018

Kreischas neue Großsiedlung

An der Lockwitzer Straße könnten auf über sechs Hektar Wohnhäuser entstehen. Den Anfang macht ein Netto-Markt.

Von Stephan Klingbeil

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Auf dieser Grünfläche an der Lockwitzer Straße in Gombsen könnten eine neue Wohnsiedlung und ein Netto-Markt gebaut werden.
Auf dieser Grünfläche an der Lockwitzer Straße in Gombsen könnten eine neue Wohnsiedlung und ein Netto-Markt gebaut werden.

© Andreas Weihs

  • Auf dieser Grünfläche an der Lockwitzer Straße in Gombsen könnten eine neue Wohnsiedlung und ein Netto-Markt gebaut werden.
    Auf dieser Grünfläche an der Lockwitzer Straße in Gombsen könnten eine neue Wohnsiedlung und ein Netto-Markt gebaut werden.

Kreischa. Teils versteckt hinter Bäumen und wuchernden Sträuchern an der Lockwitzer Straße im Kreischaer Ortsteil Gombsen erstreckt sich die große Wiese. Mit Blick in Richtung Dresden befindet sie sich auf der rechten Seite der Staatsstraße S 183. Geht es nach der Gemeinde, könnte hier, zwischen Bergstraße, Kreischaer Straße und Kleingartenanlage in den kommenden Jahren eine Siedlung entstehen. Wohl rund 60 000 bis 70 000 Quadratemeter groß wäre das neue Wohngebiet, wie die SZ erfuhr.

Es hätte dann ähnliche Ausmaße wie die neue Siedlung an der Boderitzer Straße in Bannewitz, eine der größten in der Region. Auf dem Areal an der B 170 und Boderitzer Straße sollen 67 Einfamilien- und vier Mehrfamilienhäuser gebaut werden.

Wäre das auch etwas für Kreischa? Die Gemeinde mit rund 4 500 Einwohnern ist attraktiv für Bauwillige. Zumindest gibt es dort seit längerer Zeit eine steigende Nachfrage nach Wohnraum. Die Gemeinde reagiert darauf, genauso wie private Investoren. An mehreren Orten in Kreischa entsteht derzeit Wohnraum: in der Rosenstraße sechs Eigenheime, bis zu zwölf Häuser entstehen am Ortsausgang Gombsen in Richtung Saida. Das Areal des ehemaligen Sachsenwerks in Kreischa soll bebaut werden, wohl mit seniorengerechten Wohnungen. Zudem stünden 15 neue Wohnungen im vermutlich bis Mitte 2019 sanierten alten Erbgericht im Ortszentrum bereit.

Kreischas Gemeinderat hat außerdem kürzlich grünes Licht gegeben für den Bau einer Siedlung mit zehn Häusern durch einen Dresdner Investor auf einer Wiese in Babisnau. Und einen Acker, der sich auf Kreischaer Flur zwischen dem Zentrum und dem Ortsteil Zscheckwitz befindet, hat die Kommune als mögliches Bauland ebenso seit mehreren Monaten auf dem Schirm. Im jüngsten Technischen Ausschuss am Montag rückte noch eine weitere Fläche an der Ahornstraße in Gombsen in den Fokus. Dort könnte bald eine rund 1 400 Quadratmeter große Grünfläche bebaut werden.

Idee für Wohngebiet seit den 90ern


Doch nicht nur das: Womöglich wird rund 200 Meter Luftlinie entfernt ein weit größeres Gebiet zur Bebauung freigegeben. Ganz neu ist die Idee nicht. Schon in den 1990er-Jahren gab es für das Areal den Bebauungsplan „Gombsen 2“. Doch der wurde bisher nie umgesetzt. Ein Hauptgrund dafür seien damals pessimistische Einwohnerprognosen gewesen, in Dresden habe es laut Kreischaer Bauamt kein Interesse an dieser Siedlung in unmittelbarer Nachbarschaft gegeben. Inzwischen sind die Bevölkerungsprognosen deutlich optimistischer – und selbst im Umland der Landeshauptstadt wird Bauland für Wohnhäuser knapp.

Ob und vor allem wann „Gombsen 2“ sein Comeback feiern könnte, ist derzeit aber vollkommen unklar. Die Zukunft des Projekts hängt vor allem mit der gegenwärtigen Überarbeitung des Kreischaer Flächennutzungsplans zusammen. Der Gemeinderat hatte Ende April beschlossen, den Flächennutzungsplan nicht nur zum Teil fortzuschreiben, sondern ihn in diesem Jahr und 2019 komplett überarbeiten zu lassen. In den kommenden Monaten soll das Planungsbüro Schubert aus Radeberg das wichtige Dokument erstellen.

Der Vorentwurf des Flächennutzungsplanes ist nun fertig. Dort ist das Areal an der Lockwitzer Straße als künftiges Gebiet zur Wohnbebauung ausgewiesen. Der Flächennutzungsplan liegt seit diesem Mittwoch bis einschließlich 16. Oktober im Bauamt im Rathaus öffentlich aus. Auch besteht die Möglichkeit, den Vorentwurf online über das „Bürgerbeteiligungsportal“ des Freistaats einzusehen.

Auf der Homepage der Gemeinde gibt es zu dem Thema eine Verlinkung auf diese Internetseite. Zum Flächennutzungsplan ist obendrein eine Einwohnerversammlung im Vereinshaus geplant. „Sie soll am 27. September stattfinden“, so Bauamtsleiter Tino Preikschat. Wie er auf Nachfrage bestätigt, hängt auch ein weiteres Bauvorhaben mit der Planüberarbeitung zusammen – der neue Nettomarkt. Der Neubau sollte ebenfalls an der Lockwitzer Straße, direkt zwischen der Kleingartenanlage und der möglichen neuen Gombsener Siedlung, errichtet werden.

Ursprünglich sollte der Einkaufsmarkt bereits diesen Herbst eröffnet werden. „Er befindet sich bereits in Planung“, erklärt eine Sprecherin von Netto. „Der Markt wird jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit erst im Jahr 2020 eröffnen, da der Flächennutzungsplan der Gemeinde derzeit überarbeitet wird. Und Die Genehmigung des Vorhabens hängt hiervon ab.“

Der Sprecherin zufolge würde der neue Kreischaer Nettomarkt über eine Verkaufsfläche von rund 800 Quadratmetern und einen integrierten Backshop mit Sitzgelegenheiten verfügen. Die – noch nicht – fertige Filialoptik sei zudem „innovativ“ und entspreche „dem modernen Netto-Konzept“, das ein Sortiment aus rund 4 000 Artikeln beinhalte. Neben einem ausgewogenen Verhältnis von Marken- und Eigenmarkenanteil liege ein Schwerpunkt dort auf frischen, regionalen Lebensmitteln. Und eines ist auch zu erwähnen: In dem Markt sollen neue Arbeitsplätze entstehen.