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Donnerstag, 05.07.2018

Kreis unterstützt Zittauer Kulturhauptstadt-Projekt

Einstimmig hat der Kreistag am Mittwochabend eine Kooperationsvereinbarung beschlossen.

Von Frank Seibel

Blick auf die Innenstadt von Zittau vom Kummersberg
Blick auf die Innenstadt von Zittau vom Kummersberg

© Matthias Weber

Die Bewerbung von Zittau um den Titel Kulturhauptstadt Europas 2025 hat am Mittwochabend eine neue Stufe erreicht. Der Kreistag hat sich in Görlitz einmütig entschieden, mit der Stadt Zittau eine Kooperationsvereinbarung zu unterzeichnen. Lediglich mehrere AfD-Politiker enthielten sich bei der Abstimmung.

Damit sind in den kommenden zwei Jahren auch Kosten verbunden. Im nächsten Jahr will der Landkreis Görlitz 50 000 Euro beisteuern, im Jahr darauf 30 000 Euro. Das wären jeweils zehn Prozent des jährlichen Budgets, das die Stadt Zittau für die Bewerbung einplant. 80 Prozent sollen übrigens über „Drittmittel“ aus verschiedenen Quellen eingespielt werden.

Stellvertretend für den Zittauer Oberbürgermeister Thomas Zenker, der zurzeit auf Einladung des US-Außenministeriums auf Bildungsreise durch ländliche Regionen der Vereinigten Staaten ist, hat Andreas Böer (CDU) als Vorsitzender des Kulturausschusses für den Kooperationsvertrag geworben. „Die gesamte Daseinskultur ist geprägt von der Aufnahme verschiedener europäischer Kulturen, die ihm Dreiländereck ihren Kulminationspunkt findet.“ So sei es kein Größenwahn, wenn Zittau nun weit größere und bekanntere Städte herausfordere. Allein in Sachsen gibt es mit Dresden und Chemnitz zwei prominente Konkurrenten. Klar ist aber, dass im Jahr 2025 eine deutsche Stadt den Titel „Kulturhauptstadt Europas“ tragen wird.

Das bisherige Konzept für die Zittauer Bewerbung hat ausdrücklich einen regionalen Ansatz. So soll der Landkreis Görlitz nun nicht nur Geld beisteuern, sondern vor allem dabei helfen, die gesamte Region mit ins Boot zu holen.

Ausdrücklich erinnert die Kooperationsvereinbarung zwischen der Stadt Zittau und dem Landkreis Görlitz daran, dass sich im Jahr 2025 das Ende des Zweiten Weltkrieges zum 80. Mal jähren wird. Und diese historische Marke habe durch Grenzverschiebungen tief in die Lebenswirklichkeit, in Politik und Wirtschaft der Region eingegriffen. Wie diese Grenzen ihren trennenden Charakter verlieren konnten und noch können, soll ausdrücklich Thema der Bewerbung sein.

Und dann kam am Abend doch noch der Zittauer Oberbürgermeister zu Wort. Thomas Zenker hatte aus Amerika eine Rede nach Görlitz geschickt und dabei auch auf seine neuen Erkenntnisse verwiesen: „Es geht hier überall darum, dem weltweiten Trend der Urbanisierung etwas entgegenzusetzen.“ Denn der Zug in die Großstädte gehe meist zulasten der ländlichen Räume. Mit der Bewerbung sollen die kulturelle Vielfalt und die Lebensqualität der Oberlausitz betont werden. Andreas Böer nannte die Bewerbung ein Zukunftsprojekt: Sie könne wichtige Impulse für den anstehenden Strukturwandel durch den Ausstieg aus der Braunkohle geben.