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Freitag, 09.11.2018

Kosten für Müllentsorgung steigen

Die EKM hat in den letzten zwei Jahren Millionen erwirtschaftet. Das hilft, die Gebühren vorerst konstant zu halten.

Von Sylvia Jentzsch

Lutz Schmidt (links) und Steffen Hener von der Entsorgungsgesellschaft Döbeln haben mehr zu tun, denn die Anzahl der Entleerungen von Restmüll ist deutlich gestiegen. Das ist einer der Gründe, warum die Entsorgungsdienste Kreis Mittelsachsen GmbH ein positives Ergebnis erzielt haben.
Lutz Schmidt (links) und Steffen Hener von der Entsorgungsgesellschaft Döbeln haben mehr zu tun, denn die Anzahl der Entleerungen von Restmüll ist deutlich gestiegen. Das ist einer der Gründe, warum die Entsorgungsdienste Kreis Mittelsachsen GmbH ein positives Ergebnis erzielt haben.

© André Braun

Positive Nachrichten präsentierte der Geschäftsführer der Entsorgungsdienste Kreis Mittelsachsen GmbH (EKM) Jens Irmer zur Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik. Er stellte den Mitgliedern die Nachkalkulation der Abfallgebühren für die Jahre 2016 und 2017 vor.

Bei Einnahmen von insgesamt 30,4 Millionen Euro für beide Jahre wurde ein Gebührenüberschuss von 4,7 Millionen Euro erzielt. Dieser fließt in die nächsten Gebührenkalkulationen bis zum Jahr 2022 ein. Damit könne ein Teil der zu erwartenden Kostensteigerungen kompensiert werden, so der Geschäftsführer.

„Die Abfallgebühren für das Jahr 2019 bleiben konstant. Im Herbst nächsten Jahres kalkulieren wir neu. Was sich dann ergibt, muss abgewartet werden“, sagte Jens Irmer. Denn er rechnet mit Kostensteigerungen in verschiedenen Bereichen, die für die Kalkulation der Abfallentsorgungsgebühren zugrunde gelegt werden.

Jährlich 1,2 Millionen mehr für die Abfallentsorgung in Chemnitz



Trotz der positiven Nachrichten gibt es auch negative. Ab nächsten Jahr muss die EKM voraussichtlich jährlich 1,2 Millionen Euro mehr an den Abfallwirtschaftsverband Chemnitz (AWVC) für die Entsorgung von Rest- und Sperrmüll bezahlen. Das ist das Ergebnis nach einer Ausschreibung des AWVC über die Verwertung von behandelten Abfällen. Damit waren sowohl der Geschäftsführer der EKM als auch der Landkreis nicht einverstanden. Sie gingen dagegen in Einspruch. – erfolglos. Neben den erhöhten Gebühren muss die Entsorger auch Mautgebühren für die Nutzung der Bundesstraßen bezahlen. „Wir haben einen Antrag gestellt, dass Fahrzeuge der Entsorgungsunternehmen, die im kommunalen Auftrag unterwegs sind, von der Mautgebühr befreit werden. Das wurde abgelehnt“, so Irmer. Weil die Fahrzeuge der EKM teilweise mehrmals am Tag die Mautstellen passieren, werden sie auch mehrmals erfasst. „Außerdem rechnen wir mit steigenden Kosten für das Personal, für Benzin und Ersatzteile“, so Irmer.


Mehr Entleerungen und gestiegene Erlöse bei Vermarktung

Es gibt verschiedene Gründe für den Überschuss, der in den Jahren 2016/17 erwirtschaftet wurde. So gab es deutlich mehr Entleerungen. Das ist eine zusätzliche Einnahme von 1,4 Millionen Euro. Eine weitere Einnahmequelle sind die gestiegenen Erlöse bei der Vermarktung von Wertstoffen. „Wir sind zum Beispiel bei unserer Kalkulation davon ausgegangen, dass wir für eine Tonne Papier 95 Euro bekommen. Jetzt liegt der Preis bei 135 bis 140 Euro“, sagte Jens Irmer. Er weist darauf hin, dass weniger Tonnen Papier eingesammelt worden sind, da einige Haushalte dieses selbst verwerten.

Andererseits konnten die Ausgaben durch Optimierungen sowohl im Einkauf als auch in der Abfallwirtschaft gesenkt werden. Das heißt, die EKM hat genau analysiert, wo Kosten zu sparen sind. Das betrifft zum Beispiel das Personal, die Druck- und Instandhaltungskosten oder den Softwarebereich. Außerdem wurden sämtliche Gebäude und alle Wertstoffhöfe der EKM mit LED-Beleuchtung ausgestattet, sodass auch bei den Energiekosten gespart werden konnte. Es wurde ebenfalls weniger Geld für Rechts- und Beratungskosten ausgegeben, sodass insgesamt bei der EKM 772 000 Euro gespart wurden.

Sanierung von Mülldeponien verschoben

Das gute Ergebnis ist auch auf die Verschiebung von Sanierungsmaßnahmen von Deponien auf die Folgejahre zurückzuführen. „Diese sind bei uns einkalkuliert“, sagte Irmer.

So sollte zum Beispiel die Deponie in Marbach bereits in den vergangenen Jahren saniert werden. Erst jetzt wird das Vorhaben umgesetzt und die dafür notwendigen Ausgaben fließen bei der Überarbeitung der Nachkalkulation für das Jahr 2018 ein. Im Landkreis Mittelsachsen gibt es 118 Altablagerungen und 98 Deponien.