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Dienstag, 30.01.2018

Koné stürmt nach Dresden

Von Tino Meyer

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Moussa Koné feiert seinen Ausgleichs-Treffer für Zürich gegen den FC Steaua Bukarest in der Europa League.
Moussa Koné feiert seinen Ausgleichs-Treffer für Zürich gegen den FC Steaua Bukarest in der Europa League.

© picture alliance / dpa

  • Moussa Koné feiert seinen Ausgleichs-Treffer für Zürich gegen den FC Steaua Bukarest in der Europa League.
    Moussa Koné feiert seinen Ausgleichs-Treffer für Zürich gegen den FC Steaua Bukarest in der Europa League.
  • Moussa Koné mit schwarz-gelben Trikot im DDV-Stadion.
    Moussa Koné mit schwarz-gelben Trikot im DDV-Stadion.
  • Moussa Koné ist ab jetzt für Dynamo Dresden am Ball.
    Moussa Koné ist ab jetzt für Dynamo Dresden am Ball.

Die Nachricht ist überfällig – und trotzdem so überraschend, dass am Dienstagvormittag die Internetseite von Dynamo Dresden vorübergehend lahmgelegt ist!? Natürlich nicht. Der Grund sind Wartungsarbeiten am Server, erklärt der Verein. Wobei auch das sehr gut passt zu dieser Nachricht, mit der der Fußball-Zweitligist kurz vor Transferschluss aufwartet. Denn der Profi-Kader ist ebenfalls – wie würde man jetzt technisch sagen – einem Update unterzogen worden.

Moussa Koné heißt der Neuzugang im Angriff, der Dynamo zum Klassenerhalt schießen soll – und offensichtlich nicht nur das. Einen Vertrag über satte viereinhalb Jahre, gültig bis zum 30. Juni 2022, haben der 21-Jährige aus dem Senegal und Dynamo-Sportgeschäftsführer Ralf Minge unterzeichnet. „Wir sind froh, dass wir uns jetzt mit dem FC Zürich auf den Wechsel verständigen konnten“, sagt Minge, und er erklärt, mit Koné bereits im Sommer intensive Gespräche geführt zu haben.

Nach dem verstärkten Blick nach Österreich im vorigen Sommer hat Dynamo seine Scouting-Aktivitäten noch einmal erweitert. Und man hätte im Trainingslager also schon hellhörig werden können, als Chefscout Kristian Walter eher beiläufig erwähnte, dass Neuzugänge demnächst auch mal aus der Schweiz kommen könnten. Einen Kenner haben die Dresdner mit Niklas Kreuzer ja ohnehin in ihren Reihen. Der Außenverteidiger kennt aus seinen Jugendjahren in Basel die Schweizer Liga immer noch bestens. Zudem war Koné dabei, als Zürich vor einem Jahr im Trainingslager auf Marbella mit 1:3 gegen Dynamo unterlag – und er mit zwei gefährlichen Torschüssen einer der auffälligsten Spieler.

Über die Ablösemodalitäten, so die bekannte Floskel, ist selbstverständlich auch diesmal Stillschweigen vereinbart worden. Doch man kann sicher davon ausgehen, dass Koné nicht unter einer Million Euro zu bekommen war. Der Marktwert des Junioren-Nationalspielers liegt immerhin bei etwa 1,5 Millionen Euro. Das ist für Dynamo-Verhältnisse immer noch eine beträchtliche Summe, selbst wenn die Kasse nach den Abgängen von Marvin Stefaniak und Akaki Gogia ordentlich gefüllt sein sollte. Bei der Mitgliederversammlung im November war von einem Bilanzplus von drei Millionen Euro die Rede.

Was aber nützt ein pralles Festgeldkonto in der 3. Liga? Nur ein Punkt trennt die Dresdner noch vom Relegationsplatz. Spätestens nach dem Fehlstart in die Restrückrunde mit den Niederlagen gegen St. Pauli und Sandhausen steht Dynamo unter Zugzwang – und der kurz vorm Sommer-Transferschluss verpflichtete Mittelstürmer Peniel Mlapa schwer in der Kritik. Fakt ist: Die fehlende Durchschlagskraft in der Offensive stellt in dieser Saison das mit Abstand größte Problem dar.

Außerdem hat Trainer Uwe Neuhaus speziell im Angriff sehr eingeschränkte Möglichkeiten, erst recht wenn er wie am Sonntag in Sandhausen mit zwei Stürmern spielen möchte. Nach dem vorzeitigen Abgang des 1,97 Meter großen Missverständnis Eero Markkanen, dessen Ausleihe nach einem halben Jahr beendet wurde, blieb neben Mlapa nur Lucas Röser.

Schnell, torgefährlich, mit Potenzial

Nun also Koné: 1,75 Meter groß und für Senegal bei der U 20-WM dabei, dazu offensiv vielseitig einsetzbar, schnell und torgefährlich. So beschreibt ihn Minge und bezeichnet den Neuzugang darüber hinaus als entwicklungsfähigen Spieler, „in dem wir noch viel Potenzial sehen“.

Für Koné macht es das nicht einfacher. Der Status Millioneneinkauf verbunden mit der Hoffnung, den ersehnten Torgaranten nun endlich gefunden zu haben, dürfte ihn von Anfang begleiten. Man fühlt sich ein Stück weit sofort erinnert an Lynel Kitambala oder auch Vincenzo Grifo, die mit großen Erwartungen in Dresden begrüßt worden – diese aber nie erfüllen konnten. Koné, der seit Oktober 2015 beim FC Zürich spielte und für die Schweizer wettbewerbsübergreifend 26 Tore in 58 Spielen erzielt hat, ist zuversichtlich. „Der Wechsel zu Dynamo Dresden in die 2. Bundesliga ist für mich sportlich der nächste Schritt“, lässt ihn der Verein in der Pressemitteilung erklären. Und er meint: „Das Vertrauen, das Dynamo in mich setzt, möchte ich mit Leistung zurückzahlen.“

Die öffentliche Vorstellung Konés steht allerdings noch aus. Denn genauso schnell die Unterschrift unterm Vertrag war, ist er am Dienstag auch schon wieder aus Dresden abgereist. In Zürich muss der Neuzugang nun noch die Formalitäten für das Visum klären und auch seinen Umzug vorbereiten. In den nächsten Tagen soll Koné dann ins Training einsteigen.

Ob er also bereits am Sonntag im Heimspiel gegen den VfL Bochum dabei ist, bleibt abzuwarten. Offen ist außerdem, ob mit seiner Verpflichtung nun auch die Wartungsarbeiten am Zweitliga-Kader endgültig abgeschlossen sind oder bis Mittwoch, 18 Uhr, ein weiterer Transfer getätigt wird. Die Dynamo- Homepage jedenfalls funktioniert wieder einwandfrei.

Dynamo bestreitet am Mittwoch, 18.30 Uhr, ein Testspiel beim Sechstligisten Stahl Riesa (Feralpi-Arena Riesa).

Leser-Kommentare

Insgesamt 2 Kommentare

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  1. uldra

    ..... was soll man dazu sagen, für den Aufwand in mehrere Stürmer hätte man Kutschke auch behalten können, da wusste man was man hatte.

  2. ich

    schön, ein neuer bunter Tupfer in Dresden. Willkommen Herr Koné in Dresden, einen guten Start und vor allem maximale sportliche Erfolge. Mögen Ihnen Anfeindungen und Fremdenfeindlichkeit in meiner Heimatstadt erspart bleiben.

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