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Donnerstag, 26.10.2017

Kommentar: Handy reicht zum Glücksspiel

Matthias Klaus über die Schließung von Spielhallen

Fünf Jahre scheinen eine lange Zeit, aber letztendlich sind sie doch schnell rum. Fünf Jahre hatten die Betreiber von Spielhallen Zeit, sich für den Fall des Falles einen neuen Standort für ihren Betrieb zu suchen. Eine doch großzügige Übergangsfrist, bis die Regelungen des Glücksspielstaatsvertrages nun mit voller Wucht zuschlagen. Nicht plötzlich, sondern mit langer Ansage. Und es stecken ja auch gute Überlegungen dahinter. Mit dem Mindestabstand zu Schulen und Schulsporthallen soll die Jugend nicht erst in Versuchung geführt werden, dem Glücksspiel zu verfallen. Lobenswert. Dass Erotikshops in Sichtweite von Bildungseinrichtungen öffnen dürfen, eine andere Frage. Zwei Spielhallen in Görlitz haben wegen der neuen Regelungen die Geigen eingepackt, die beiden anderen hoffen noch. Offen bleibt bei all den rechtlichen und behördlichen Vorgängen: Ist denn das alles zeitgemäß? Kann man die jungen Menschen (oder auch ältere) tatsächlich mit einem Mindestabstand vom Glücksspiel abhalten? Irgendwie erinnert das Ganze an einen Schwank aus dem Analogzeitalter. Wer zocken will, der zockt. Das Handy reicht, der Weg zum einarmigen Banditen muss nicht sein. Online-Casinos gibt es wie Sand am Meer. Und damit alle Spielsucht-Gefahren in der Hosentasche.