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Mittwoch, 13.06.2018

Kommentar: Ehrenamtliche Hilfe ist nicht selbstverständlich

Bei sechs schweren Badeunfällen haben Mitglieder der DRK-Wasserwacht im vorigen Jahr im Lausitzer Seenland Hilfe geleistet. Sie konnten Schlimmeres verhindern, weil sie vor Ort waren. Sie waren es ehrenamtlich.

Während es für die Freibäder Richtlinien gibt, die die Anwesenheit von Rettungsschwimmern fordern und die Betreiber sie deshalb auch bezahlen, ist das an den Badeseen weitestgehend Ermessenssache. Für die zuständigen Kommunen, die meistens knapp bei Kasse sind, ist die Finanzierung eines bewachten Badestrands deshalb auch nicht die allererste Aufgabe. Auch im Rettungsdienst-System des Landkreises kommen Wasserwacht und DLRG nicht vor. Die Kommunen müssen nicht, der Kreis muss nicht. Aber was ist im Notfall?

Im Notfall sind die Rettungsschwimmer von DLRG und Wasserwacht auch an den öffentlichen Badegewässern zur Stelle. Sie tun ihren Dienst in ihrer Freizeit – in der Regel für nicht mehr als eine Aufwandsentschädigung und oft auch ohne ein Dankeschön. Dafür trainieren sie und schinden sie sich in unzähligen Ausbildungsstunden. Wir alle erwarten im Notfall ganz selbstverständlich professionelle Hilfe. Wir können auch sicher sein, dass wir sie bekommen. Aber ganz so selbstverständlich ist das eben nicht.