erweiterte Suche
Montag, 30.07.2018

Klimacamp im Kohleland

1

Pödelwitz. Workshops, Exkursionen und Diskussionen: Umweltschützer aus allen Teilen Deutschlands protestieren seit Sonnabend in Pödelwitz bei Leipzig gegen den Braunkohle-Abbau. Bis zum 5. August soll das „Klimacamp Pödelwitz“ andauern. Die Veranstalter rechnen mit insgesamt rund 1 000 Teilnehmern. Zum Auftakt sind am Sonnabend etwa 300 Menschen bei einer Demo unter dem Motto „Klima retten! Kohle stoppen“ durch Leipzig gezogen.

Das 700 Jahre alte Dorf Pödelwitz soll dem Tagebau „Vereinigtes Schleenhain“ weichen. Die Aktionen drehen sich aber nicht nur um Pödelwitz. Vielmehr wird der gesamte Kohleabbau infrage gestellt.

Für die Zeit vom 2. bis 5. August haben Aktivisten unter dem Slogan „Kohle erSetzen!“ zivilen Ungehorsam und Blockaden am Tagebau angekündigt. Mit dem Klimacamp im eigentlichen Sinne hat das nichts zu tun. Dennoch griff der sächsische Bundestagsabgeordnete Alexander Krauß (CDU) das Klimacamp ungewöhnlich scharf an. Er bezeichnete die Teilnehmer als „Öko-Extremisten“ und verglich sie mit der rechtsextremen „Identitären Bewegung“. Es sei „schlimm, dass eine Partei wie die Grünen mit Leuten paktiert, die Recht und Gesetz mit Füßen treten“, erklärte Krauß. Auch für „Öko-Gutmenschen“ würden Gesetze gelten. Das Eigentumsrecht eines Bergbau-Unternehmens müsse respektiert werden, so der Politiker, der Aufsichtsratsmitglied des Kohleunternehmens Vattenfall war. Der sächsische Grünen-Politiker Gerd Lippold wies die Äußerungen am Sonntag zurück: „Alexander Krauß versteht sich aufs Diffamieren. Doch seine Vorwürfe sind haltlos.“ (dpa)

Leser-Kommentare

Insgesamt 1 Kommentar

Alle Kommentare anzeigen

  1. Robert

    Jeder, der einen Kohletagbau oder ein Kohlekraftwerk besitzt, sollte unbedingt Herrn Krauß ein Kreuz geben. Alle anderen sollten ihre Kreuz noch einmal überlegen ...

Alle Kommentare anzeigen

Kommentare können nur in der Zeit von 8:00 bis 18:00 Uhr abgegeben werden.