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Dienstag, 15.05.2018

Kleiner Stich mit großen Folgen

Zecken werden gefährlicher, die Risikogebiete für eine Ansteckung mit FSME kommen dem Landkreis immer näher. Was es zu beachten gibt.

Von Dominique Bielmeier und Jens Fritzsche

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Dass Zecken nicht beißen, sondern stechen, wissen nur die wenigsten. Und auch sonst gibt es viele falsche Mythen über die kleinen Blutsauger.
Dass Zecken nicht beißen, sondern stechen, wissen nur die wenigsten. Und auch sonst gibt es viele falsche Mythen über die kleinen Blutsauger.

© dpa

  • Dass Zecken nicht beißen, sondern stechen, wissen nur die wenigsten. Und auch sonst gibt es viele falsche Mythen über die kleinen Blutsauger.
    Dass Zecken nicht beißen, sondern stechen, wissen nur die wenigsten. Und auch sonst gibt es viele falsche Mythen über die kleinen Blutsauger.

Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Nun kommen sie also auch aus dem Osten: Nachdem Zecken, die den gefährlichen FSME-Erreger in sich tragen, in der Vergangenheit vor allem aus den südlichen Bundesländern zu uns vorgedrungen sind, kommt die jüngste Gefahr aus Tschechien. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat vor rund zwei Wochen auch den Landkreis Bautzen zum Risikogebiet erklärt, außerdem die Landkreise Zwickau und den Erzgebirgskreis.

Der Vogtlandkreis gilt schon seit 2014 als Risikogebiet. Es scheint also nur eine Frage der Zeit, bis auch der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge als Risikogebiet eingestuft wird. Was Sie jetzt zu Zecken und ihren Erregern wissen müssen.

Was steckt hinter der Einschätzung als Risikogebiet?

In Risikogebieten trägt durchschnittlich eine von bis zu 100 Zecken den FSME-Erreger in sich. Im Landkreis Bautzen war das bisher nicht der Fall, jetzt aber haben die Experten eine Zunahme betroffener Zecken festgestellt. Damit ist die Gefahr, sich nach einem Zeckenbiss mit FSME zu infizieren, im Kreis Bautzen ab sofort wesentlich höher als bisher. Für die Bewohner heißt das, dass nun eine Schutzimpfung empfohlen wird. Dass diese sinnvoll sein kann, zeigt eine Statistik der Ständigen Impfkommission: Immerhin 97 Prozent der 2017 gemeldeten FSME-Erkrankten waren gar nicht oder nur unzureichend geimpft.

Was ist FSME eigentlich?

Die Abkürzung steht für Frühsommer-Meningoenzephalitis, im Volksmund oft Hirnhautentzündung genannt. Sie wird durch Viren verursacht und kann bleibende neurologische Schäden hinterlassen: Hirnschädigungen, Lähmungen, und im schlimmsten Fall kann sie auch zum Tod führen. Bei mildem Verlauf ist die FSME mit einem grippalen Infekt vergleichbar. Allerdings kommt es in einer Vielzahl der Fälle zu einem zweiten Erkrankungsstadium, in dem die Entzündung auf die Hirnhaut, das Gehirn oder das Rückenmark übergeht.

Wie hoch ist die Gefahr, sich mit FSME anzustecken?

Hier kann das Landratsamt vorerst Entwarnung geben: In diesem Jahr wurden noch keine FSME-Fälle gemeldet und auch im gleichen Vorjahreszeitraum war das so.

Allerdings gab es bis Ende April schon 23 Borreliose-Fälle, im gesamten Vorjahr waren es 288. Borreliose ist ebenfalls eine durch Zecken übertragene Infektion, die allerdings nicht von Viren, sondern von Bakterien verursacht wird. Infizierte zeigen in den meisten Fällen zunächst eine sogenannte „Wanderröte“ rund um die Einstichstelle. Borreliose kann brennende Nervenschmerzen, Taubheitsgefühle, Seh- oder Hörstörungen auslösen. Gegen diese Krankheit gibt es keine Impfung, sie kann aber mit Antibiotika behandelt werden.

Wie verhalte ich mich, wenn ich gestochen wurde?

Das RKI empfiehlt, die Zecke umgehend aber langsam mit einer Pinzette oder einem speziellen Werkzeug herauszuziehen, und zwar möglichst nah an der Haut, um alle Teile der Zecke zu entfernen – jedoch ohne Drehen. Auf keinen Fall sollte das Tier mit Öl oder Klebstoff beträufelt werden, weil es dadurch erst recht seinen möglicherweise infizierten Speichel abgeben könnte. Danach soll die Wunde sorgfältig desinfiziert werden, bei Bedarf sollte eine Tetanus-Impfung verabreicht werden. Für Haustiere gibt es Zeckenhalsbänder und andere Zeckenschutzmittel.