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Dienstag, 05.06.2018

Kleine Bienen müssen nachsitzen

Die A-Jugend-Mannschaft der SG Rödertal/Radeberg verpasst knapp die direkte Qualifikation für die Nachwuchs-Bundesliga.

Von Andreas Zschiedrich

Lara Steglich von der SG Rödertal/Radeberg beim Sprungwurf. Sie muss mit ihrem Team in die nächste Qualifikationsrunde der A-Jugend-Bundesliga.
Lara Steglich von der SG Rödertal/Radeberg beim Sprungwurf. Sie muss mit ihrem Team in die nächste Qualifikationsrunde der A-Jugend-Bundesliga.

© Christian Skomudek

Handball. Trotz eines 21:18-Sieges gegen Werder Bremen, dem 21:20-Erfolg über den SV Union Halle-Neustadt und einer 21:22-Niederlage gegen die HSG Nienburg verpasste die A-Jugend von der SG Rödertal/Radeberg ganz knapp die direkte Qualifikation und muss damit in die nächste bundesweite Qualifikation zur Jugend-Bundesliga. Am Ende entschied bei drei punktgleichen Teams die Tordifferenz – und da hatte Halle-Neustadt ganz knapp die Nase vorn vor der Spielgemeinschaft aus dem Rödertal.

Die SG-Mädels und die HSG Nienburg müssen nun in die nächste Qualifikationsrunde in einer Woche und der SV Werder Bremen ist als Gruppenvierter ausgeschieden. Dabei standen die Zeichen für die Rödertalerinnen durch den Sieg gegen Halle-Neustadt in der Vorrunde – der wurde in Runde zwei übernommen – mehr als günstig. Und so war auch das Ziel direkte Qualifikation auch für das Trainerduo Steffen Wohlrab/Mirko Schulze sehr realistisch.

Erneut ging es nach Niedersachsen in den Landkreis Peine in die Sporthalle Groß Lafferte. Gleich im ersten Spiel des Tages trafen die SG-Mädels auf den SV Werder Bremen. Die Norddeutschen mussten unbedingt gewinnen, da sie aus der Vorrunde ebenfalls bereits mit zwei Minuspunkten belastet waren. Die SG wiederum konnte mit einem Sieg eine gewisse Vorentscheidung herbeiführen.

Bremen war von der ersten Minute an hellwach und kam wesentlich besser ins Spiel. Die SG-Mädels begannen übernervös und mit vielen Fehlern und liefen von Beginn an einem Rückstand hinterher. Beim 6:3 waren die Bremerinnen erstmals mit drei Toren weg und bei der SG flatterten die Nerven. Zum Glück besannen sie sich auf ihre kämpferischen Qualitäten und beim 7:7 waren sie wieder dran, aber auch Bremen gab nicht klein bei und hielt dagegen. Beim Stand von 9:9 ging es in die Halbzeit.

In Hälfte zwei das gleiche Bild – nur legte jetzt die SG vor und die Hanseatinnen mussten nachziehen. Bis zum 16:16 blieb es ein Spiel auf Augenhöhe. Die letzten sieben Minuten gehörten dann allerdings der SG. Drei Tore am Stück zur 19:16 Führung brachen den Widerstand der Bremerinnen, die kräftemäßig am Ende waren. Dieser Erfolg war bereits die Qualifikation für die nächste Runde – aber nun wollte das Team von Wohlrab und Schulz auch den Gruppensieg und die direkte Qualifikation.

Ein Unentschieden hätte gereicht


Zwischenzeitlich hatte Halle-Neustadt sowohl gegen Nienburg als auch Bremen gewonnen und die Tabellenführung übernommen. Der bis dahin verlustpunktfreien SG genügte also bereits ein Unentschieden im letzten Spiel gegen Nienburg zum Gruppensieg. Aber auch für Nienburg ging es um alles.

Beide Mannschaften kämpften von Beginn an um jeden Ball und jedes Tor. Bis zum 4:4 war das Spiel ausgeglichen. Taktisch waren beide Teams hervorragend eingestellt. Nienburg versuchte, die gefährlichen Anspiele auf Jasmin Eckart am Kreis zu unterbinden und Isabel Wolff früh zu stören. Die SG nahm dafür die gefährlichste Werferin von Nienburg mit Pressdeckung aus dem Spiel.

Ab Mitte der ersten Hälfte konnte sich die SG über die Stationen 6:4 und 9:6 absetzen. Die Sächsinnen hatten das Spiel im Griff und so war die 13:9- Pausenführung auch völlig verdient, hätte aber noch höher ausfallen müssen. Beide Trainer mahnten ihre Mädels in der Halbzeitpause zu voller Konzentration: „Der Vorsprung ist beruhigend, aber der Sack ist noch nicht zugebunden. Lasst den Gegner nicht mehr ins Spiel kommen“, erklärten Wohlrab und Schulz.

Die Worte schienen auf fruchtbaren Boden gefallen zu sein, denn die SG-Mannschaft kam hochmotiviert aus der Kabine. Locker und mit schönen Spielzügen war sie immer wieder erfolgreich. Beim 19:13 zehn Minuten vor Schluss glaubten alle in der Halle an die Spielentscheidung.

Doch was dann folgte, hätten selbst die kühnsten Optimisten nicht für möglich gehalten. Ein Tor für Nienburg und ein Fehlpass der SG mit einem weiteren Tor für Nienburg brachten das Spiel zum Kippen. Nun spielte keine SG-Mannschaft mehr, sondern jede der sechs Spielerinnen für sich. Niemand wollte Verantwortung übernehmen. Acht Minuten lang gelang der SG kein Tor. Nienburg warf sieben und ging mit 20:19 in Führung.

Dann endlich die Erlösung und das Tor zum Ausgleich. Wieder legte Nienburg vor und wiederum der Ausgleich. Noch war eine Minute zu spielen. Erneut konnte Nienburg mit einem Freiwurf in Führung gehen. Der SG blieben noch 30 Sekunden, um den so wichtigen Ausgleich zu erzielen. Aber die letzte Tormöglichkeit machte die Nienburger Keeperin zunichte. Das Ergebnis bedeutete für beide Teams die nächste Runde und der lachende Dritte war Halle-Neustadt, das dank der besten Tordifferenz noch an beiden Mannschaften vorbeizog. Nun muss die SG in einer Woche erneut sehr weit reisen, um sich für die Jugend-Bundesliga zu qualifizieren. Der Spielort steht noch nicht fest.

SG Rödertal/Radeberg mit: Nadine Frenzel, Anna Starke, Julia Mauksch (10/2), Jasmin Eckart (8) Isabel Wolff (6), Emma Kocken (6), Lara Tauchmann (6), Luise Lucas (3), Linda Zöge (2), Lara Steglich (1) Victoria Grätz, Leonie Rösel, Jenny Lindner und Lara Seifert.