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Mittwoch, 13.06.2018

Kita-Diskussion führt Hoyerswerdas Stadträte jetzt in die Einrichtungen

Von Mirko Kolodziej

Hoyerswerda. In der Kommunalpolitik wird hinter den Kulissen weiter über Veränderungen in der Struktur der Angebote an Kindertagesstätten diskutiert. Nachdem zu Jahresanfang die vom Planungsbüro Bauhoys angefertigte „Standortanalyse Kita – Hort“ durch die Stadt veröffentlicht worden ist, geht es nun um konkrete Entscheidungen zur Zukunft der reichlich zwanzig vorhandenen Einrichtungen. Offenbar stehen dabei vor allem jene Kindergärten im Fokus, bei denen eine hohe Investitions-Notwendigkeit festgestellt wurde.

Komplizierter als Schulfrage

Die Analyse hatte einen dringenden Handlungsbedarf bei sechs Gebäuden gesehen – beim Kinderhaus am Zoo, der Awo-Kita am Elsterbogen, der Kita „Am Waldsee“ in Bröthen, der Kita „Krabat“ in Schwarzkollm, der Kita „Lutkihaus“ in Zeißig sowie dem Hort der Adler-Grundschule. Für Letzteren ist allerdings bereits die Entscheidung gefallen: Er wird mit der Schule ins jetzige Gebäude der Altstadt-Oberschule ziehen, nachdem 2020 die neue Oberschule im WK I fertiggestellt ist. Für Schwarzkollm wird über Neubau debattiert.

Dieser Tage, bestätigt Bürgermeister Thomas Delling (SPD), bietet die Stadtverwaltung den Stadträten eine Besichtigungstour durch verschiedene Kitas an. „Es ist ja ein Unterschied, ob man theoretisch über etwas redet oder es sich vor Ort ansieht“, so Delling. Die Befahrung soll offenbar helfen, Entscheidungen zu treffen.

Das Rathaus scheint die Sache zwar grundsätzlich als dringend anzusehen und rasche Entscheidungen zu bevorzugen, will ihr aber gleichzeitig wohl die nötige Zeit einräumen. Laut Delling ist die Kita-Frage komplizierter als die zuletzt diskutierte Frage zu den Schulstandorten. Teils ist das so, weil die Stadt es mit elf unterschiedlichen Kita-Betreibern als Partner zu tun hat. Dazu kommt, dass neben dem baulichen Zustand der Gebäude zum Beispiel auch das Platzangebot oder die Auslastung eine Rolle spielen. In der Analyse hatte es geheißen, dass die Kitas mit Stand Oktober 2017 zu durchschnittlich 88 Prozent belegt waren. Jedoch schwanken die genannten Zahlen einer anderen Erhebung vom März 2017 zwischen 55 Prozent in der Kita „Wirbelwind“ in Knappenrode und 100 Prozent in den Kitas „Lutkihaus“ in Zeißig, „Spielparadies“ im WK IX, „Rappelkiste“ am Neumarkt sowie „Am Waldsee“ in Bröthen.

Gibt es Schließungen?

Die Kita „Brüderchen und Schwesterchen“ im Stadtzentrum meldete gar 101 Prozent. Freilich sind das Momentaufnahmen. Während Bauhoys generell für die Neustadt ein Überangebot von 150 Plätzen und für die Ortsteile ein Überangebot von 15 Plätzen diagnostiziert, hieß es für die Altstadt, dort fehlten 65 Plätze. Das Planungsbüro empfahl, in der Neustadt Einrichtungen zusammenzulegen, Kapazitäten zu tauschen und letztlich einzelne Kitas zu schließen. Dass das so für die Altstadt nicht gelten sollte, führte zu Kritik. Motto: So groß, dass man Kinder nicht von einem Stadtteil in einen anderen bringen kann, sei Hoyerswerda nicht. Nach möglichen Schließungen befragt, sagt Delling, das sei eine schwierige Frage: „Wenn ich das jetzt beantworten könnte, wären wir schon einen Schritt weiter.“ Es gäbe Argumente sowohl dafür als auch dagegen. Er hoffe, dass man den Sachverhalt mit der nötigen Sachlichkeit behandeln könne. Eltern und Träger würden eingebunden. Freilich ließ die Stadt schon im Januar wissen, für die Ausrichtung der Betreuungslandschaft maßgeblich wären die weiter rückläufigen Kinderzahlen.