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Donnerstag, 17.05.2018

Kindergarten für wilde Pflanzen

Auf dem ehemaligen Matthäusfriedhof wachsen Knöpfe heran, auf die Schmetterlinge stehen.

Von Kay Haufe

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Aus den Sämlingen sollen sich bald gesunde Exemplare des Guten Heinrichs entwickeln, sagt Silvana Eger, die Leiterin der Gärtnerei des Umweltzentrums.
Aus den Sämlingen sollen sich bald gesunde Exemplare des Guten Heinrichs entwickeln, sagt Silvana Eger, die Leiterin der Gärtnerei des Umweltzentrums.

© Rene Meinig

  • Aus den Sämlingen sollen sich bald gesunde Exemplare des Guten Heinrichs entwickeln, sagt Silvana Eger, die Leiterin der Gärtnerei des Umweltzentrums.
    Aus den Sämlingen sollen sich bald gesunde Exemplare des Guten Heinrichs entwickeln, sagt Silvana Eger, die Leiterin der Gärtnerei des Umweltzentrums.
  • So sieht ein mehrjähriges Exemplar des Großen Wiesenknopfes aus.
    So sieht ein mehrjähriges Exemplar des Großen Wiesenknopfes aus.

Der Ameisenbläuling ist ganz wild auf ihn. Ohne den Großen Wiesenknopf könnte der Schmetterling nicht existieren. Doch in Dresden gibt es zu wenige Exemplare von der Wildpflanze, demzufolge ist auch der schöne Falter nur an wenigen Stellen anzutreffen. Das will das Umweltzentrum jetzt ändern, indem es Hunderte Setzlinge des Wiesenknopfes in seiner Gärtnerei auf dem ehemaligen Matthäusfriedhof herangezogen hat. Sie sollen demnächst an ihre Paten übergeben werden und in Gärten oder auf Balkonen von Dresdner heranwachsen. Anschließend ist geplant, die Wiesenknöpfe auf einer Wiese auszupflanzen, wo der streng geschützte Ameisenbläuling bereits heimisch ist und sich gut vermehren kann.

Und der Wiesenknopf ist nicht die einzige Wildpflanze, die in der Gärtnerei auf der Bremer Straße wächst. Dabei ist auch die in Sachsen vom Aussterben bedrohte Kleine Wiesenrauthe, das Sommer-Adonisröschen, der Feldmannstreu, der Heilziest, das Echte Herzgespann, die Färber-Hundskamille, die wichtige Bienenweide Skabiosen-Flockenblume, der Gute Heinrich oder das Gewöhnliche Zittergras. Das grazile Gewächs setzt in der Gärtnerei bereits Blütenrispen an.

Jeder der rund 130 Pflanzenpaten, die sich bereits beim Umweltzentrum gemeldet haben, bekommen eine Pflegeanleitung für jede ihrer bis zu sechs Pflanzen, für die sie sich entscheiden. Allerdings können das Adonisröschen und der Feldmannstreu nicht herausgegeben werden, sagt Silvana Eger, die Leiterin der Gärtnerei. Sie sind zu selten, und es besteht die Gefahr, dass sie sich in Gärten mit Zuchtformen einkreuzen. „Doch es gibt ja genügend Alternativen“, sagt Eger und zeigt auf den Guten Heinrich, dessen Sämlinge sich gut entwickeln. Winzig sind dagegen die Pflanzen des Echten Herzgespanns, weil gerade mal zwei Wochen alt. „Die Sämlinge haben den Forst nicht überstanden, wir mussten neu aussäen“, sagt die Gärtnereichefin. Doch in zwei Wochen, zur Abholung, werden sie kräftig genug sein.

Zum Tag der Stadtnatur am 26. Mai werden die Pflänzchen von 13 bis 17 Uhr an die bereits angemeldeten Paten ausgegeben. Einige wenige sind dann noch zu haben, wenn man sich die Pflegevorträge anhört. Doch Sinn und Zweck des Projektes ist nicht, dass die Pflanzen in den Gärten oder auf den Balkonen weiterwachsen. Vielmehr sollen die gut entwickelten Exemplare sowie ihre Samen wieder an das Umweltzentrum zurückgegeben werden. In Abstimmung mit den Naturschutzbehörden sollen die Wildpflanzen an natürlichen Standorten, wo sie früher häufig vorkamen, wieder ausgepflanzt oder ausgesät werden.

Silvana Eger zeigt auf ein stattliches Exemplar des Wiesenknopfes, das schon mehrere Jahre in der Gärtnerei wächst. Das wäre der Idealzustand, wie die Pflanze aussehen sollte. „Aber keine Sorge, wenn zu Hause jemand Probleme mit seinen Sämlingen hat, kann er sich auch an uns wenden und bekommt weitere Pflegetipps“, sagt die Gärtnerin. Rat gibt es von Juni bis September jeden ersten Montag im Monat von 17 bis 19 Uhr sowie jeden zweiten Mittwoch von 13 bis 16 Uhr in der Gärtnerei auf der Bremer Straße 18.

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