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Donnerstag, 04.12.2008

Keine Entschuldigung - Steiner enttäuscht

Auch der stärkste Mann der Welt ist machtlos, wenn der, der seiner Liebe so ein jähes Ende bereitet hat, sich nicht erinnern will. Gestern fiel in Heidelberg das Urteil gegen Lagerist Franz G. (57). Er hatte 2007 die Frau von Olympiasieger Matthias Steiner (26) totgerast. Was sich der Gewichtheber vom Prozess erhofft hatte, bekam er nicht.

„Es ging mir nicht um die Strafhöhe“, sagte Steiner nach der Urteilsverkündung zur Morgenpost. „Ich wollte die Wahrheit wissen, wie alles passiert ist. Und eine aufrichtige Entschuldigung. Das habe ich alles nicht erhalten.“ Nur auf Nachfrage des Gerichts hatte G. stockend sein Mitleid bekundet. An den Unfall selbst will er sich nicht erinnern können. Steiner: „Ich bin enttäuscht. Das ist doch ein erwachsener Mann, kein Teenager. Er hatte eineinhalb Jahre Zeit, mit mir zu reden.“ Doch dazu kam es nicht.

Susann Steiner (22) aus Wilkau-Haßlau hatte den Österreicher mit ihrer Liebe nach Sachsen gelockt. 2005 war Hochzeit, Matthias wurde Deutscher, trainierte in Chemnitz. Dann der Umzug zum Trainingszentrum Leimen. Susann arbeitete in einem Heidelberger Hotel, war auf dem Heimweg, als der Jeep von Franz G. frontal in ihren Nissan krachte. Wegen seiner Fahrlässigkeit und Raserei hatte Susann keine Chance, starb in der Klinik.Dass ihm Franz G. so gar nicht mit einer Erklärung weiterhalf, dafür hatte Steiner „überhaupt kein Verständnis“. „Der Verhandlungsauftakt war sehr schwer für mich. Ich dachte, ich bin im falschen Film“, sagt er. „Diesmal ging ich abgeklärter hin.“ Franz G. bekam zehn Monate Haft auf Bewährung, 2400 Euro Strafe und ein halbes Jahr Fahrverbot. dkl