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Donnerstag, 12.12.2002

Kein Gift in Friedrich II.

Palermo. Sechs Jahre nach Öffnung des Grabes von Hohenstaufen-Kaiser Friedrich II. (1194 – 1250) in der Kathedrale von Palermo haben Experten eine Überraschung präsentiert. Danach wurde der legendäre Kaiser entgegen früheren Annahmen nicht vergiftet. „Wir haben keine Giftspuren gefunden wie etwa Arsen“, sagte der italienische Experte Guido Meli. Auch Flecken im Gesicht der Mumie seien eher durch Folgen einer Ruhrerkrankung zu erklären als durch einen Gifttod, sagte der Wissenschaftler der Zeitung „Il Messaggero“. Neben der Untersuchung von DNA-Proben ging es vor allem um die Klärung der Frage, ob der Enkel des Kaisers Barbarossa tatsächlich vergiftet wurde. Der reformerisch orientierte Staatslenker, Wissenschaftler und Dichter gilt als eine der schillerndsten Figuren der europäischen Geschichte. Er machte sich durch erbitterte Gegnerschaft die Päpste zu Feinden, die ihn als „leibhaftigen Antichrist“ exkommunizierten. Es gab Morddrohungen und Attentatsversuche. (dpa)