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Donnerstag, 13.09.2018

Kartoffeln werden knapp und teurer

Auf der Kartoffelfachmesse PotatoEurope dreht sich alles um die Knolle.
Auf der Kartoffelfachmesse PotatoEurope dreht sich alles um die Knolle.

© dpa

Springe. Angesichts dramatischer Ernteeinbrüche drohen Deutschlands Verbrauchern bei den Kartoffelpreisen Steigerungen von bis zu 30 Prozent. „Wir erwarten eine der kleinsten Kartoffelernten, die wir jemals in Deutschland hatten“, sagte Martin Umhau von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft. Das Aufsichtsratsmitglied des Agrarverbands verweist auf Prognosen, wonach die deutsche Kartoffelernte dieses Jahr wegen der Dürre zwischen 8,5 Millionen und zehn Millionen Tonnen betragen könnte – im Vorjahr hatte sie noch bei 11,7 Millionen Tonnen gelegen.

Vor dem Auftakt der Kartoffelfachmesse PotatoEurope 2018, die auf dem niedersächsischen Rittergut Bockerode in Springe stattfindet, wies Umhau zudem auf verändertes Verbraucherverhalten hin. Angesichts des demografischen Wandels mit immer kleineren Familien ginge der Trend schon seit Jahren weg von der Speisekartoffel und hin zu verarbeiteten Produkten wie Kroketten oder Puffern, sagte der Kartoffelbauer aus der Nähe von Leipzig. Im Fokus von Europas größter Kartoffelmesse stehen die Dürrefolgen. Weitere Schwerpunktthemen der nach vier Jahren erneut in Deutschland stattfindenden PotatoEurope werden Züchtung, Düngung, Verarbeitung, Produktionstechnik, Pflanzenschutz und Handel sein.

Die Kartoffel gehört weltweit zu den wichtigsten Nahrungsmitteln. Größter Produzent ist heute China, gefolgt von Indien, Russland, der Ukraine und den USA. Deutschland kommt erst auf Platz sechs. Gut 11,7 Millionen Tonnen wurden 2017 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes bundesweit geerntet, in China sind es jährlich rund 100 Millionen Tonnen. Im Vorjahr wurden Kartoffeln bundesweit auf mehr als 250 000 Hektar angebaut, allein 112 000 davon in Niedersachsen, Deutschlands Kartoffelland Nummer eins. Der deutsche Verbrauch lag im vergangenen Jahr laut Bundes-Agrarministerium bei 58 Kilogramm je Einwohner. (dpa)