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Samstag, 15.09.2018

Kampf auf der Landeskrone

Massives Felsgestein macht die Sanierung der Fahrstraße schwieriger als gedacht. Das ist auch für die Hotelbetreiber oben nicht leicht.

Von Susanne Sodan

Enge Straße, Felsgestein drunter: Die Sanierung der Fahrstraße hat so ihre Herausforderungen.
Enge Straße, Felsgestein drunter: Die Sanierung der Fahrstraße hat so ihre Herausforderungen.

© nikolaischmidt.de

Görlitz. Dagmar Frederic ist wohlbehalten angekommen, die Sänger Giso Weißbach und Peter Wieland ebenso. Vergangenes Wochenende fand auf der Spitze der Landeskrone wieder die Varieté-Nacht statt. Aber der Weg nach oben und zurück gestaltet sich derzeit nicht so einfach. Vor allem nicht, wenn man mit Instrumenten, Bühnentechnik und dementsprechend einem Auto nach oben will. Am Wochenende geht das, deshalb konnte das Varieté auch stattfinden. Aber unter der Woche wird die Straße zur Landeskrone hinauf derzeit saniert. Sechs Wochen mit Baustelle sind geschafft. „Es geht, aber es bleibt eine Einschränkung“, sagt Rosita Vogt, Betreiberin des Restaurants und Burghotels auf der Landeskrone.

Wer zu Fuß hoch will, kann wählen: Entweder man läuft die Fahrstraße, die gerade saniert wird, hinauf, vorbei an der Baustelle. Oder man nutzt kleinere Wanderwege der Landeskrone. „Aber mit dem Auto kommt man eben unter der Woche nicht rauf“, sagt Rosita Vogt. Und das betreffe in erster Linie die Hotelgäste, die mit dem Auto anreisen und während ihres Aufenthalts in die Stadt oder woanders hinfahren wollen. „Im Grunde kann ich derzeit von Montag bis Donnerstag keine Hotelzimmer vermieten.“

Zum Glück sei die Baufirma toll. Wenn sie Bescheid weiß, dann würden die Bauarbeiter auch mal dafür sorgen, dass in ihrer Frühstücks- oder Mittagspause der Weg frei ist, damit ein Fahrzeug passieren kann. Und freitags versuchen sie immer, bis 15 Uhr fertig zu werden, damit der Weg dann frei ist für Wochenendausflügler und Familienfeiern.

Trotzdem freut sich Rosita Vogt auf das Ende der Bauarbeiten, ebenso Pächter Christian Daume. Auch wenn am Wochenende eigentlich Normalbetrieb herrscht und unter der Woche die Baufirma viel möglich mache, befürchtet er, dass sich mancher potenzielle Gast von der Baustelle abschrecken lässt. Dabei seien gerade August und September wichtige Monate, um einen finanziellen Winterpuffer aufzubauen. Altstadtfest, Seminartreffen, Schulanfangsfeiern, Hochzeiten stehen dann erfahrungsgemäß im Plan. Pächter und Betreiberin wäre als Bauzeit sogar Juni und Juli lieber gewesen. So hatte es die Stadt auch ursprünglich vorgesehen – dabei aber den Naturschutz, der auf der ganzen Landeskrone gilt, außer Acht gelassen. Die Bauzeit musste verschoben werden.

Bei der Fahrstraße wird zum einen die Fahrbahn saniert, zum anderen werden auch Leitungen repariert und erneuert. Für Ende September war die Fertigstellung angepeilt. Ganz zu schaffen sein wird das nicht, teilt Torsten Tschage mit, Bauamtsleiter der Stadt Görlitz. Die Sanierung ist ein städtisches Projekt. „Die Arbeiten sind leicht außer Plan“, so Tschage. Grund ist, dass man bei Erdarbeiten für die Kabel auf massiven Fels gestoßen ist, erklärt er. Der aktuelle Stand: Gerade wurden Kabel und Leerrohre für Strom, Beleuchtung und Datennetz verlegt, derzeit werden nun die Masten für die Straßenbeleuchtung gesetzt. „In der nächsten Woche werden noch Pflasterarbeiten erfolgen und Vorbereitungen für die Asphaltarbeiten.“

Allgemein freuen sich Rosita Vogt und Christian Daume darüber, dass die schmale, kurvenreiche Straße saniert wird. Allerdings, beide hätten sich ein bisschen mehr gewünscht. „Wir hatten immer darauf gehofft, dass, wenn die Straße gemacht wird, auch ein Gästeparkplatz entsteht“, sagt Daume. Dafür stand in der Vergangenheit immer eine Fläche am Fuß der Landeskrone in Richtung Schlauroth zur Debatte. Rosita Vogt hatte außerdem darauf gehofft, dass die eine, schwierige Kurve im obersten Straßenabschnitt etwas sicherer gemacht werden könnte. Gerade bei Winterglätte und bergab könne es an der Stelle schnell gefährlich werden für Autofahrer, erklärt sie. Es müsste ja keine Rampe sein, „aber hätte man die Kurve nicht wenigstens mit ein paar Pollern sichern können“, fragt sie. Vielleicht. Zumindest laufen dazu Gespräche bei der Stadt. „Wir müssen sehen, wer das finanziert und ob die Poller genehmigt werden. Die Anfrage wird beim Umweltamt gestellt“, teilt Torsten Tschage mit.