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Montag, 15.01.2018

„Junge Spieler genießen das volle Vertrauen“

Pirna-Copitz hält am Jugendstil fest und passt die Vorbereitung entsprechend an. Ziel des VfL ist der frühzeitige Klassenerhalt.

Von Ronny Zimmermann

Trainer-Sohn Philipp Reimann (am Ball) wird in der Rückrunde wahrscheinlich nicht regelmäßig für die Copitzer am Ball sein können. Berufliche Verpflichtungen haben Vorrang. Die Tendenz geht aber dahin, dass er sein Spielrecht vorerst beim VfL lässt.
Trainer-Sohn Philipp Reimann (am Ball) wird in der Rückrunde wahrscheinlich nicht regelmäßig für die Copitzer am Ball sein können. Berufliche Verpflichtungen haben Vorrang. Die Tendenz geht aber dahin, dass er sein Spielrecht vorerst beim VfL lässt.

© Marko Förster

Fußball, Landesliga. Der VfL Pirna-Copitz probt Anfang des Jahres den Ernstfall – und das gleich fünfmal. Wenn am Donnerstag, den 18. Januar, bei dem Landesligisten die Vorbereitung auf die Rückserie beginnt, werden die Spieler wohl oft um monotone Laufeinheiten herumkommen. Nico Däbritz baut in der Winterpause verstärkt auf Testspiele. Gleich fünf Freundschaftspartien hat der VfL-Trainer in den nächsten vier Wochen angesetzt.

Zumeist gegen eine Liga tiefer spielende Landesklasse-Teams, dabei kommt es innerhalb von acht Tagen zu drei Duellen: Am 6. Februar, 19 Uhr, spielt der VfL bei Empor Possendorf, am 10. Februar, 11 Uhr, folgt ein Heimspiel gegen die SG Dresden-Striesen und zum Abschluss der Reihe gastieren die Pirnaer am 13. Februar, 19 Uhr, beim FV Dresden 06 Laubegast. Zudem lässt Däbritz am 30. Januar, 19 Uhr, gegen den Radeberger SV aus der Stadtoberliga und am 3. Februar, 11 Uhr, gegen Einheit Kamenz aus der Oberliga testen.

„Wir wollen diese fünf Partien nutzen, um uns weiterzuentwickeln“, sagt der VfL-Coach. „Ich bin davon überzeugt, dass uns die direkte Spielpraxis mehr hilft, als wenn wir im Training verschiedene Situationen nachstellen.“ Hintergrund ist die junge Mannschaft des derzeitigen Tabellenneunten: Das Durchschnittsalter des Kaders liegt bei 22,9 Jahren. Nachdem im Sommer 2017 VfL-Kapitän Christoph Hartmann sowie die VfL-Leistungsträger Falk van Kolck, Richard Lätsch, Jan Benes und Marcel Kleber ihre Karriere beendet hatten, gab Däbritz vielen Eigengewächsen aus der A-Jugend eine Chance. Am Jugendstil soll festgehalten werden, damit daraus in zwei, drei Jahren ein richtig starkes Team erwächst. Durch die vielen Testspiele können die Talente ihre mangelnde Erfahrung im Herrenbereich schneller ausgleichen und dazulernen.

„Junge Spieler genießen bei mir das volle Vertrauen, ich arbeite gerne mit Talenten – solange sie großes Engagement zeigen, neugierig sind und sich entwickeln wollen“, sagt Däbritz. Prinzipiell können die „Youngster“ auch Fehler machen, nur sollte „sich der gleiche Fehler nicht drei-, viermal wiederholen“, denn sonst findet kein Fortschritt statt. „In der Rückrunde erwarte ich, dass wir mehr Konstanz in unsere Leistungen bringen und weniger naive Fehler machen“, sagt der Besitzer der A-Lizenz, der seit 2016 den VfL trainiert. Die „jungen Wilden“ aus Pirna sollen abgezockter werden. Ein Beispiel ist Marius Riedel. Der VfL-Stürmer vergab zu Saisonbeginn viele Chancen, ackerte fleißig weiter und machte den nächsten Schritt: Mit neun Treffern hat sich derzeit Pirnas bester Torjäger in der Landesliga etabliert.

Trainersohn beruflich eingespannt



Das Ziel ist, frühzeitig den Klassenerhalt zu sichern. Mit 20 Punkten aus 15 Spielen (sechs Siege, zwei Remis, sieben Niederlagen) liegt der VfL im Soll, wenngleich nach dem Rückzug der Reserve des VFC Plauen noch ein Sieg gestrichen wurde. „Mindestens diese Punkteausbeute wollen wir auch in der Rückrunde erzielen“, sagt Däbritz. Eventuell kommt dafür auch noch personelle Verstärkung ins Willy-Tröger-Stadion. „Wir befinden uns derzeit mit zwei Spielern in konkreten Gesprächen, aber Transfers sind in der Winterpause immer etwas schwieriger als in der Sommerzeit“, sagt der 41-Jährige. Hintergrund ist, dass die abgebenden Klubs zwischen der Hin- und Rückrunde meist eine Ablöse verlangen – für den VfL aber keine Selbstverständlichkeit. Obwohl das junge Team durchaus eine erfahrene Stütze vertragen könnte. „Wir werden Geduld haben müssen“, sagt Däbritz. Sicher ist immerhin, dass im März mit Alexander Kaiser ein Abwehrspieler zurückkehrt. Der Student hat dann Semesterferien und wohnt in dieser Zeit wieder in Pirna. Offen ist dagegen, ob Philipp Reimann weiterhin regelmäßig für die Pirnaer üben und spielen kann. Der Trainersohn ist inzwischen beruflich in Niesky gebunden, die Fahrtzeit nach Pirna entsprechend weit und zeitaufwendig. Die Tendenz geht dahin, dass er sein Spielrecht vorerst beim VfL Pirna-Copitz lässt, aber nicht in jeder Partie mitwirken kann.

Zu großen Teilen wird der VfL mit einem unveränderten Kader in die restlichen Punktspiele gehen. Der Auftakt wird direkt ein echter Gradmesser und dem jungen Team zeigen, wo es nach der Winterpause steht: Am 18. Februar treten die Lila-Weißen ab 13.30 Uhr beim derzeitigen Tabellendritten in Hohenstein-Ernstthal an, am 24. Februar empfangen sie mit dem FV Eintracht Niesky den Sechsten zum Heimspiel. Anpfiff wird 14 Uhr sein. In der Hinrunde holte der VfL vier Zähler aus diesen beiden Begegnungen. Gelingt das erneut, wäre es ein guter Start ins Jahr 2018.