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Freitag, 15.12.2017

Je härter, desto besser

Dresdens Mittelblockerin Ivana Mrdak verletzt sich kurz nach Saisonbeginn an der Hand – und kommt noch stärker zurück.

Von Michaela Widder

Nur noch eine Vorsichtsmaßnahme ist die Schiene an der linken Hand. Ivana Mrdak ist wieder topfit und feiert mit Mareen Apitz gegen Venelles einen ihrer insgesamt 17 Punkte.
Nur noch eine Vorsichtsmaßnahme ist die Schiene an der linken Hand. Ivana Mrdak ist wieder topfit und feiert mit Mareen Apitz gegen Venelles einen ihrer insgesamt 17 Punkte.

© Jürgen Lösel

Als es in die Entscheidung des zweiten Satzes geht, ist sie hellwach. Ivana Mrdak greift an, Punkt, schlägt ein Ass und noch eins. Der nächste Aufschlag ist so präzise, dass er der Gegnerin vom Arm ins Aus springt. Innerhalb von zwei Minuten erhöht die Serbin von 19:18 auf 23:18. Die DSC-Volleyballerinnen gewinnen den Durchgang und eine halbe Stunde später die Europapokal- Partie gegen Venelles.

Eine Schiene an der linken Hand erinnert noch an die Verletzung, die sich die Mittelblockerin vor fast zwei Monaten zugezogen hatte. Ein Haarriss hatte sie ausgebremst. Doch von Unsicherheit keine Spur. In beiden Heimpartien – erst gegen Schwerin und am Mittwoch gegen Venelles – ist sie mit 18 und 17 Punkten Top-Scorerin. „Ich bin glücklich, dass ich nach meiner Rückkehr so viel beitragen konnte, und hoffe, dass es so weiterläuft“, sagt Mrdak vor dem Ost-Duell am Samstag, 17.30 Uhr, gegen Suhl und betont. „Es ist aber nicht nur mein Verdienst, sondern von der gesamten Mannschaft.“

Dass der Angriff über die Mitte in dieser Saison auffallend gut funktioniert, sei das Produkt einer Teamleistung, findet auch Trainer Alexander Waibl. „Die Mittelblocker sind darauf angewiesen, dass andere vorher die Arbeit machen.“ Dennoch gerät der 49-Jährige ins Schwärmen, wenn er über die Osteuropäerin spricht. „Sie ist eine außergewöhnliche Volleyballerin.“ Schon zum Bundesliga-Auftakt im Oktober fiel sie bei der bisher einzigen Saisonniederlage dem Trainer auf. „Ivana hat uns gegen Potsdam am Leben gehalten.“

Im Dreikampf mit Barbara Wezorke und Sasa Planinsec dürfte sie einen leichten Vorteil haben. Umso schmerzlicher war ihr Ausfall kurz nach Saisonbeginn. Trotz der Verletzung trainierte Mrdak eingeschränkt weiter mit. „Es hat mir sehr geholfen, dass ich beim Team geblieben bin“, sagt Mrdak. Im Top-Duell gegen Meister Schwerin feierte sie ihr Comeback – und glänzte beim 3:2-Erfolg. „Ich hatte keine Angst, in die Blocks zu gehen. Die Hand fühlt sich wieder gut an“, sagt Mrdak, die selbst vor dieser Partie nicht besonders nervös war. Die 1,94 Meter große Frau gehört zu jenen Spielerinnen, die Waibl nach nur zwei Minuten im Bewerbungsvideo im Frühjahr überzeugt hatte. „Sie hat alles, was man auf dieser Position braucht“, meint der Trainer. Trotz ihrer Größe habe sie eine gute Körper- und Ballbeherrschung. „Und Ivana ist wettkampfhart, robust-serbisch eben. Wenn es hart wird, wird sie noch besser.“

In der deutschen Nationalmannschaft wäre sie längst Stammspielerin, sagt Waibl. In ihrem Heimatland, das bei Olympia in Rio Silber gewonnen hat, ist die Konkurrenz deutlich größer. Mit der Jugend- und Juniorenauswahl hat sie bereits Medaillen gesammelt, und natürlich lebt der Traum, dies auch bei den Großen zu schaffen. Das öffentlich auch sagen würde die zurückhaltende Serbin allerdings nicht. Für den DSC ist sie ein Glücksgriff und nicht nur Waibl froh, sie bis 2019 verpflichtet zu haben.

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