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Freitag, 09.03.2018

Jaksche fordert Froome-Sperre

Der frühere Radprofi des Team Telekom sieht in den Manipulationen des Sky-Teams Parallelen zur Armstrong-Ära.

Von Andreas Zellmer

Jörk Jaksche hat eine klare Meinung zum Fall Team Sky.
Jörk Jaksche hat eine klare Meinung zum Fall Team Sky.

© picture alliance / dpa

Als Fahrer in seinen Teams Once, Telekom und CSC war Ex-Radprofi Jörg Jaksche Mitglied im großen Klub der Doper. Nach seinem Geständnis 2007 und der Wandlung zum Kritiker der Szene attackiert er in der neuesten Affäre auch den viermaligen Toursieger Chris Froome und dessen Sky-Team. Die durch die Salbutamol-Affäre des Briten zutage getretene Praxis des Medikamentenmissbrauchs in der britischen Erfolgsmannschaft sei mit den Manipulationen der Armstrong-Ära zu vergleichen, sagte Jaksche am Donnerstag.

„Das Argument, das Asthmamittel Salbutamol sei erlaubt und deshalb nicht als glasklares Doping einzustufen, zieht nicht. Froome lag mit seinen Wert klar über dem Erlaubten, also gehört er gesperrt, je schneller, desto besser. Ein bisschen schwanger geht auch nicht“, erklärte der Franke. „Für mich hat die Manipulation im Sky-Team fast Armstrong-Ausmaße, auf jeden Fall ist es auch systematisch. Unter dem Strich wird wieder einmal klar: Im Radsport hat sich nicht viel zum Besseren geändert. Wir haben anders gedopt, weil damals manches noch nicht nachzuweisen war“, sagte der 41-Jährige, der inzwischen als Sport-Manager in München arbeitet.

Bei der Vuelta verrechnet

Er rechne nicht mit einer schnellen Klärung der Affäre, sodass Froome sowohl beim Giro im Mai als auch bei der Tour im Juli starten könnte. Der Brite, der dem Weltverband UCI immer noch eine Erklärung für die überhöhten Werte des Asthmamittels schuldig ist, ist zur Zeit bei der italienischen Fernfahrt Tirreno-Adriatico im Einsatz.

Jaksche hat auch eine Theorie wie der doppelte Wert des Erlaubten beim Froome-Test während der Vuelta im September 2017 zustande gekommen sein dürfte: „Froome und seine Entourage haben sich schlicht verrechnet.“ Der spätere Sieger habe „womöglich eine Blutkonserve erhalten, die noch Salbutamol enthielt. Dann hat er dazu Salbutamol weiter inhaliert“.

Die erlaubten 1 000 Nanogramm des darin enthaltenen Wirkstoffes seien „ja schon sehr viel“. Zumal zu bedenken sei, „dass sich das im Körper schnell abbaut. Also wird Froome zum Start der wichtigen Etappe noch weit mehr als die nach etwa sechs Stunden gemessenen 2 000 Nanogramm aufgewiesen haben“, vermutete Arzt-Sohn Jaksche. (dpa)

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