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Montag, 14.05.2018

Jänkendorfer erinnern an ihre engagierte Fürstin

Für Eleonore Reuß wird ein Gedenkstein neu aufgestellt. Unterstützer gibt es bereits.

Von Steffen Gerhardt

Pfarrer HelmutAndreas Spengler steht am Gedenkstein für Fürstin Eleonore Reuß. Unter den Linden vor dem Pfarramt Jänkendorf wird der Stein seinen Platz bekommen. Dazu werden noch ein Weg angelegt und zwei Bänke aufgestellt.
Pfarrer Helmut Andreas Spengler steht am Gedenkstein für Fürstin Eleonore Reuß. Unter den Linden vor dem Pfarramt Jänkendorf wird der Stein seinen Platz bekommen. Dazu werden noch ein Weg angelegt und zwei Bänke aufgestellt.

© André Schulze

Jänkendorf. Es ist schon 15 Jahre her, als die Fürstin Eleonore Reuß für die Jänkendorfer eine Rolle spielte: Am 18. September jährte sich ihr Todestag zum 100. Mal. Es war vor allem das Verdienst des Nieskyers Andreas Holzhey, der sich mit der Biografie der geborenen Gräfin zu Stolberg-Wernigerode befasste und ihre Geschichte neu aufschrieb. Zusammen mit der Kirchgemeinde Jänkendorf/Ullersdorf wurde auf dem Grundstück des einstigen Zollhauses, heute Firma Holtec, ein Findling als Gedenkstein zum 100. Todestag gesetzt. Die Nachkommen der Fürstin reisten an und nahmen an einem Gedenkgottesdienst teil.

Der Stein geriet aber in Vergessenheit, weil sich um die Pflege niemand kümmerte, erzählt Pfarrer Helmut-Andreas Spengler. Zum Thema wurde der Stein erst jüngst wieder, weil die Firma Holtec sich um einen Parkplatz erweitert hat und dafür das Gelände mit dem Gedenkstein erwarb. „Für den Stein mussten wir einen neuen Standort finden, und ich denke, vor dem Pfarramt ist er gut aufgehoben“, sagt Helmut-Andreas Spengler. Dort, wo früher ein Feuerwehrhäuschen war und heute noch prächtige Linden stehen. Der Stein liegt jetzt auf einer Holzpallette und schon fast an seinem neuen Ort. „Wir wollen zuvor das Umfeld noch gestalten. Ein gepflasterter Weg soll zu dem Gedenkstein führen und zwei Bänke zum Verweilen einladen“, so der Pfarrer. Die Gemeinde Waldhufen trägt das Vorhaben mit und stellt dafür das Grundstück zur Verfügung. Die Kirchgemeinde bringt den bereits gravierten Gedenkstein ein. Finanzielle Unterstützung kommt vom Kirchenkreis und der Sparkassenstiftung. Letztere steuert 1 000 Euro bei.

Im Sommer soll der Gedenkort hergerichtet werden, sagt Spengler. „Unser Ziel ist es, ihn zum 115. Todestag der Fürstin am 18. September feierlich einzuweihen“.

Eleonore zu Stolberg-Wernigerode kam als 20-Jährige 1855 nach Jänkendorf durch Heirat des verwitweten Prinzen Heinrich LXXIV. Reuß zu Köstritz (1798-1886). Bis zu seinem Tod lebte sie im Schloss Jänkendorf. Sie war sozial sehr engagiert und damit beliebt bei den Jänkendorfern. Sie verfasste Gedichte und Lieder. Ein Lied, „Das Jahr geht still zu Ende“, ist im aktuellen evangelischen Gesangbuch enthalten.