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Freitag, 27.10.2017

Italiener untersagen Kornhaus-Nutzung

Ein Verein wollte das ungenutzte Denkmal beleben, wurde jedoch ausgebremst.

Das Kornhaus auf dem Domplatz in Meißen.
Das Kornhaus auf dem Domplatz in Meißen.

© Archiv/Claudia Hübschmann

Meißen. Der Verein Zahnrad & Zylinder muss bis auf Weiteres ohne das Kornhaus als Veranstaltungsort planen. Dies hat der Vorstand jetzt in einem Schreiben an die SZ mitgeteilt. Weiter heißt es, während eines Treffens am Mittwoch hätten die italienischen Eigentümer der Vereinsvorsitzenden Jeannette Mahlow mitgeteilt, dass eine temporäre Öffnung des Hauses nicht mehr im Interesse der Besitzer sei. Sie führten aus, dass sie das Gebäude verkaufen wöllten und Veranstaltungen sowie eine Vermietung bzw. Verpachtung an den Verein dafür nicht förderlich wären. Das zöge nach ihrer Auffassung nur eine falsche, nicht kaufkräftige Klientel an, so auch die ebenfalls anwesende Maklerin, welche sich durch die Aktivitäten in diesem Jahr in ihrer Tätigkeit behindert fühlt.

Bei dem Verein stößt diese Argumentation auf Unverständnis. Dieser sieht für das Kornhaus nur eine Zukunft als kulturelle Begegnungsstätte für alle Sachsen und deren Gäste. Eine solche Nutzung würde einen behutsamen Umbau ermöglichen, während ein Hotelprojekt oder Luxuswohnungen die Zerstörung der historischen Bausubstanz zur Folge hätte, heißt es weiter.

Als Reaktion auf die Entscheidung der Eigentümer, soll in den nächsten Tagen im Rahmen des Vereins eine Kornhaus- Gruppe gegründet werden, welche alle Bürger zusammenbringt, die sich für die Rückführung des Kornhauses als wichtigen Teil der Albrechtsburg in die öffentliche Hand einsetzen. Ungeachtet der neuen Entwicklung hält der Verein zudem am zweiten Kunst-und Kulturfest vom 6. bis 8. Juli 2018 fest. Veranstaltungsort ist dann außer dem Domplatz vor dem Kornhaus auch der Burghof der Albrechtsburg, deren Leitung das Projekt laut Verein unterstützt.

Links zum Thema

Nachdem der Umbau des Alten Gefängnisses zu Loft-Wohnungen beschlossene Sache sein soll, bleibt das Kornhaus das letzte unsanierte Denkmal am Domplatz. Seine italienischen Besitzer möchten bis zu fünf Millionen Euro für die Immobilie einnehmen. Gekauft hatten sie diese vor rund zehn Jahren für ein Zehntel des Preises von der Meißner Wohnungsgesellschaft Seeg. Eine Rückkaufklausel sah der Vertrag nicht vor. (SZ/pa)