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Ist aktuell ein Einstieg in Aktien trotz Handelskrieg sinnvoll?

Da sich das Gespenst eines globalen Handelskrieges abzeichnet, könnten viele Investoren erwägen, Abwehrmaßnahmen zu ergreifen. Das weiterhin niedrige Zinsniveau bietet, trotz steigender Zinssätze in den USA, keine Alternative zur Geldanlage in Aktien.

27.03.2018

ll ein Einstieg in Aktien trotz Handelskrieg sinnvoll?

Die Experten sind sich einig, dass ein Handelskonflikt die Performance der meisten amerikanischen Aktien im Vergleich zu den meisten ausländischen Unternehmen begünstigen würde. Der Einstieg in Aktien bleibt weiterhin die beste Anlageform, jedoch sind die Papiere nun auch hinsichtlich der möglichen Auswirkungen eines Handelskrieges sorgfältig zu bewerten.

Europäische Aktien sind unter diesen Umständen weiterhin interessant für die langfristige Geldanlage. Einsteiger in Aktien wollen jedoch ganz sicher nicht ihre ersten Erfahrungen in Form von möglichen Kursverlusten machen.

Da Präsident Trump seit Langem für Protektionismus eintritt, ist seit seiner Wahl der Kauf von Aktien von US-Unternehmen mit Umsätzen, die größtenteils, wenn nicht sogar vollständig, aus dem Inland stammen, interessant. Diese sieben Aktien werden aktuell von Goldman Sachs zum Kauf empfohlen und auf Aktienrunde.de im Bereich Aktienhandel vorgestellt.

  • CSX Corp.
  • CVS Health Corp.
  • Dollar General Corp.
  • Intuit Inc.
  • Public Storage
  • Verizon Communications Inc.
  • Wells Fargo & Co

Vor Protektionismus geschützt

Von diesen sieben Unternehmen erzielen alle 100 % ihres Umsatzes in den USA, mit Ausnahme von Intuit, das bei 95 % liegt. Der Softwarehersteller ist auch hierzulande mit Finanzsoftware auf dem Markt vertreten.

Präsident Trump kündigte seinen Plan an, am 1. März hohe Zölle auf importierten Stahl und Aluminium zu erheben. Der S&P 500 Index (SPX) fiel daraufhin vom 28. Februar bis zum 2. März um 0,8 %. Der Index ist seit Jahresbeginn um 0,7 % gestiegen, im Jahr 2017 um 19,4 %. Diese Zurückhaltung zeigt, dass Millionen Investoren weltweit sehr besorgt über die Wertpapiermärkte sind.

Auch Nebenwerte bieten weiterhin Chancen

Im Zuge der Zollankündigungen von Trump sollten Anleger auch einen Wechsel in Small-Cap-Aktien erwägen. Diese haben typischerweise einen höheren Anteil am Inlandsumsatz haben als Large Caps. Obwohl dies für US Unternehmen sicher zutrifft, ist der Unterschied hierzulande nicht so dramatisch, wie manche vielleicht erwarten. Vor allem Aktien deutscher Unternehmen aus der zweiten Reihe sind stark exportorientiert. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Dinge entwickeln und inwiefern auch europäische Aktiengesellschaften unter dem möglicherweise bevorstehenden Handelskrieg betroffen sein werden.

Lithia Motors Inc. betreibt eine Kette von Autohäusern in den USA und ist damit ein rein inländisches Unternehmen. Der Halbleiterhersteller Axcelis hingegen erzielt mehr als 83 % seines Umsatzes aus dem Export. Der Panzerwagenhersteller Brink’s ist in über 100 Ländern tätig und erwirtschaftet laut Geschäftsbericht 75 % seines Umsatzes außerhalb der USA.

Da Brink’s jedoch ein Dienstleister ist, der über lokale Tochtergesellschaften und nicht über einen Exporteur operiert, sollte er theoretisch von Handelskriegen ausgenommen sein. In der Tat, wenn Handelskriege den Wert des US-Dollars senken werden, werden Unternehmen wie Brink’s einen Anstieg ihrer Auslandsumsätze in US-Dollar sehen.

Fazit: Nebenwerte können einen gewissen Schutz vor einem Handelskrieg bieten. Jedoch ist bei jeder Investition der Grad der Auswirkungen auf das Unternehmen sehr genau zu betrachten.