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Montag, 12.03.2018

Investor soll Sachsenbad retten

Die Stadt schreibt das seit Jahren ungenutzte Gebäude aus. Geht der Plan auf, wird 2021 in Pieschen ein Gesundheitsbad gebaut.

Von Andreas Weller

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Das Sachsenbad an der Wurzener Straße soll verkauft werden. Der Stadt ist die Sanierung zu teuer. 2021 könnte gebaut werden, wenn sich ein Käufer findet.
Das Sachsenbad an der Wurzener Straße soll verkauft werden. Der Stadt ist die Sanierung zu teuer. 2021 könnte gebaut werden, wenn sich ein Käufer findet.

© André Wirsig

Wie es mit dem Sachsenbad weitergehen kann, wird bereits lange diskutiert. Nicht nur die Pieschener warten auf eine Lösung. Denn das Gebäude von Architekt Albert Wolf wurde 1928/29 als Volksbadeanstalt errichtet. Es gilt als Musterbeispiel der „Neuen Sachlichkeit“. Doch seit 1994 ist es wegen gravierender Baumängel geschlossen, es droht der Verfall.

Eine Sanierung würde, je nach Nutzung, zwischen zwölf und 24 Millionen Euro kosten. Die Summe konnte die Stadt bisher nicht für das Sachsenbad aufbringen. „Da sich diese Situation auch in absehbarer Zeit nicht ändern wird, soll das Gebäude im Rahmen einer Konzeptausschreibung mit Nutzungsbindung an einen privaten Investor verkauft werden“, so Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) in der Vorlage, die er jetzt fertiggestellt hat. Bisher war noch offen, ob die Stadt das Bad doch selber sanieren will.

Die Verwaltung hat geprüft, welche Nutzungen möglich wären. Ein reines Sportbad wäre nicht finanzierbar. Auch als Schule, Gemeindezentrum oder für kommunalen Wohnungsbau eigne sich das Gebäude nicht sinnvoll.

Deshalb setzt Schmidt-Lamontain auf ein Gesundheits- oder Rehabad. Das treffe auch am ehesten die Interessen der Bürger und es gebe eine relativ hohe Chance auf Mietinteressenten aus dem medizinischen Bereich. Weitere Nutzungen werden aber nicht ausgeschlossen. Interessenten können Vorschläge machen, die dann durch die Verwaltung geprüft werden.

Eine konkrete Summe nennt der Bürgermeister nicht, die er für das Gebäude haben will. Dazu fehlt auch noch die Bewertung. Wichtiger sei die künftige Nutzung. Die Konzeptausschreibung soll auch bei der Immobilienmesse Expo-Real im Herbst in München beworben werden. Deshalb schlägt er vor, den Bieterschluss auf November dieses Jahres festzulegen, dann können auch mögliche Interessenten von der Messe teilnehmen. Bis Januar sollen dann die Gebote ausgewertet sein und Vertragsverhandlungen beginnen. Im Juli 2019 könnte dann der Stadtrat über den Verkauf entscheiden. Der Baubeginn wäre dann 2021 möglich. Wie lange sich dieser hinzieht, ist noch offen. In jedem Fall sei ein Verkauf für die Stadt besser, als das Gebäude in Erbbaupacht zu vergeben. Denn dann hätte die Stadt weiter ein enormes Risiko, das so beim Käufer liegt.

Leser-Kommentare

Insgesamt 4 Kommentare

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  1. Alexa

    Wow,24 Jahre nach Schliessung wird über einen Verkauf nachgedacht.Sollte man nicht lieber etwas warten bis das Gebäude noch weniger wert ist? Es wird so viel Geld verbraten,Warum hat man noch kein Werttgutachten machen lassen?Wenn man den Artikel so liest könnte man denken das dann pünktlich zum 100.Geburtstag des Bades Baustart sein könnte. Die Verwaltung hat geprüft, welche Nutzungen möglich wären.!!!Gute Arbeit.

  2. Gast

    Erst vergammeln lassen. Dann, weil nicht abreißbar, irgendwie verkaufen zum Tiefstpreis. Dann wirds doch abgerissen, aber die Stadt hat dann schon nichts mehr zu tun damit. Denkt irgendjemand bei der Stadt, dass ein Investor aus purer Barmherzigkeit und Ehrfurcht vor dem Denkmalstatus diese Ruine zu anderen Kosten als beschrieben saniert und das dann quasi allen wie durch ein Wunder zugute kommt? Es ist wie mit den Schulen. Erst kein Geld mehr in Wartung stecken (haben wir "gespart"), dann mit viel mehr Geld doch sanieren. Nur bei den Schulen konnten sich die Verantwortlichen nicht rausreden, weil Kernaufgabe. Noch...

  3. Talbewohner

    @Gast: Wenn ich mich recht entsinne, kann die Stadt für die Denkmal-Sanierung keine Denkmal-AfA(ob es Alternativen gibt weiss ich nicht) nutzen und hat damit ein Problem die Mehrkosten die durch die Denkmalsanierung zu stemmen. Die Schwimmhalle Bühlau hat ca. 9 Millionen gekostet, für die notwendigen mind. 22 Millionen könnte die Stadt also rund 2 Hallen bauen, wenn sie das Sachsenbad nicht saniert. Das diverse Mehrheiten in Stadtrat und Verwaltung seit 1994 nichts dergleichen tun, kann man den aktuell handelnden Personen nicht vorwerfen.

  4. Volker Volkmar

    @1 Alexa: Ein interessanter Gedanke, dass „pünktlich zum 100. Geburtstag des Bades Baustart sein könnte“. Ihre Worte in Gottes oder wessen auch immer Ohr. Wenn man sich die letzten Jahrzehnte der Geschichte des Sachsenbades in Erinnerung ruft, veranlasst dies zu einer Prognose der Sanierung und Fertigstellung des Bades zur 850-Jahrfeier der Stadt Dresden, im Jahr 2056. Was die Analyse und Prüfung von geeigneten, zukünftigen Nutzungen des Sachsenbades betrifft, so war es wohl weniger die Stadtverwaltung, sondern vor allem engagierte Bürgerinnen und Bürger in Pieschen, die ihr Wissen und ihre Erfahrungen in ein entsprechendes Konzept eingebracht haben. Damit das Sachsenbad als Bürgerbad im Stadtteil und als Gesundheitsbad erhalten bleibt bzw. ausgebaut wird.

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