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Freitag, 10.08.2018

Internet in der Warteschleife

Altenberg versucht, auch die grenznahen Dörfer mit Breitband zu erschließen. Doch das ist kompliziert.

Von Maik Brückner

© Symbolfoto: dpa

Müglitz. Die Müglitzer müssen sich gedulden. Es wird noch etwas dauern, bis das schnelle Internet auch ihr Dorf und den Nachbarort Gottgetreu erreicht. Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler) möchte das von Fürstenwalde aus möglich machen. Bis dorthin soll Glasfaserkabel gelegt werden. „Wenn Fürstenwalde angeschlossen ist, dann werden wir sehen, welche Übertragungsraten in Müglitz zur Verfügung stehen“, sagt der Rathauschef. Die Arbeiten gehen zurzeit zügig voran.

„Sollten diese Übertragungsraten zu gering sein, dann werden wir mit der angekündigten 100-prozentigen Förderung auch in diesen Ortsteilen größere Übertragungsraten technisch auf den Weg bringen.“ Kirsten reagierte auf Forderungen aus beiden Ortsteilen. Einige Leser wollten wissen, wann sie schneller surfen können.

Für SZ-Leser Lutz Lehmann ist es praktisch unmöglich, Tickets übers Internet zu buchen. Das ärgere ihn. Doch nicht nur er sieht sich benachteiligt. Auch den Schülern in den Orten geht es so. Sie sind auf das Breitband angewiesen, weil sie im Auftrag der Schule im Internet recherchieren müssen. Zudem gibt es immer mal wieder wichtige Informationen auf der Homepage der Schulen. Diese könne man nicht abrufen, erzählt der Müglitzer.

Kirsten zeigte Verständnis. Schließlich beschäftige ihn das Thema in Altenberg seit 2007. Es habe sich einiges getan, um die Bergstadt mit Breitband auszustatten. 2010 gelang es der Stadt, eine Machbarkeits- und Verfügbarkeitsstudie für Altenberg vorzulegen. Damit habe man die Grundlage für die erste Stufe des Breitbandes gelegt. Ein Jahr später wurde Geising und damit auch Müglitz und Gottgetreu eingemeindet. In diesem Gebiet war der Internetausbau zu dieser Zeit gleich null, so Kirsten. Hier habe man von vorn anfangen müssen. Das damalige Förderprogramm ließ es aber nicht zu, dass Altenberg auch Fürstenwalde, Fürstenau, Müglitz und Gottgetreu erschließen konnte. „Es war zu dieser Zeit nicht möglich“, erinnert er sich. Die Dörfer erfüllten die Kriterien nicht. Erst Jahre später haben sich die Förderkriterien geändert. Das sei der Grund, weshalb die beiden grenznahen Dörfer so lange auf das Breitband warten müssen.