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Mittwoch, 31.03.2010

Inder kaufen Telekom-Ausrüster Sphairon

Rund 200 Arbeitsplätze bleiben im Industriegebiet Bautzen-Salzenforst erhalten. Über Monate war um das Überleben der Firma gerungen worden.

Von Heiko Engel

Die Beschäftigten des Bautzener Telekomausrüsters Sphairon können aufatmen. Das Unternehmen produziere und forsche weiter im Industriegebiet Bautzen-Salzenforst, so Insolvenzverwalterin Bettina Schmuddegestern zur SZ. Dies gelinge, weil sich vor allem der indische Finanzinvestor Sandalwood über eine neu gegründete Firma an Sphairon beteilige. Damit sind die rund 200 Arbeitsplätze des Mittelständlers gerettet. Sphairon musste Ende letzten Jahres Insolvenz anmelden – wegen „erheblicher Umsatzrückgänge“, wie es hieß.

Sandalwood hält nach eigenen Angaben bereits millionenschwere Beteiligungen an Telekommunikationsfirmen in den USA und Asien, gegründet wurde das Investmenthaus 2006. Das Unternehmen verfügt über Büros im kalifornischen Silicon Valley, indischen Bangalore und in Hong Kong. Dem Einstieg bei Sphairon waren intensive Verhandlungen vorausgegangen, Sandalwood war einer von mehreren Interessenten. „Ich freue mich sehr, dass wir einen international aufgestellten Investor gewinnen konnten, der auch weiterhin auf Produktion und Forschung in Bautzen setzt und dort Arbeitsplätze sichert“, sagte Schmudde.

Die Rechtsanwältin ist seit vielen Jahren unter anderem in Sachsen und Brandenburg für die Hamburger Kanzlei White &Case tätig. – Mit der Pleite begann für die Beschäftigten aber zunächst eine mehrmonatige Zitterpartie, ob und wie viele ihrer Arbeitsplätze erhalten werden können. Sphairon stellt für große Telefonanbieter Geräte her, mit denen sich zu Hause Daten und Telefongespräche über das Internet empfangen lassen. Erst 2008 hatte die Bautzener Firma für mehrere Millionen Euro ein Entwicklungszentrum errichtet.

Ob die Insolvenz ein juristisches Nachspiel hat, hängt von den Ermittlungen der Görlitzer Staatsanwaltschaft ab. Dort war Anfang des Jahres eine anonyme Anzeige wegen Insolvenzverschleppung eingegangen. Zu ihrer Stichhaltigkeit gibt es bisher keine Aussagen. Die Ermittlungen dauerten an, so Pressesprecher Till Neumann. Im Sommer könnten voraussichtlich erste Erkenntnisse präsentiert werden.