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Mittwoch, 16.05.2018

Im Zwinger läuft die Zeit davon

Die Sempergalerie wird nicht mehr pünktlich fertig. Es finden sich einfach keine Baufirmen.

Von Peter Hilbert

Der Freistaat betreibt im Zwinger viel Aufwand. Derzeit ist vor allem der Westflügel der Sempergalerie eine Großbaustelle.
Der Freistaat betreibt im Zwinger viel Aufwand. Derzeit ist vor allem der Westflügel der Sempergalerie eine Großbaustelle.

© 3D-Stadtmodell, Amt für Geodaten und Kataster

Der Zwinger ist eine der größten Sehenswürdigkeiten Dresdens. Weit über 600 000 Besucher wurden dort laut jüngster Statistik allein in den Ausstellungen gezählt. 2019 jährt sich die Einweihung zum 300. Mal. Der Freistaat unternimmt viel, damit die Schönheit dieses Juwels der barocken Baukunst erhalten bleibt. Seit 1991 hat Sachsen rund 69 Millionen investiert. Hinzu kommen weitere 47 Millionen Euro für die Restaurierung der Sempergalerie.

(1) Die Großbaustelle: Probleme führen zu Verzögerungen bei der Sanierung

Die Sempergalerie wird nicht wie geplant Ende dieses Jahres, sondern erst Mitte 2019 fertig, teilt Sprecher Stephan Gößl vom Finanzministerium mit. Das hat einen einfachen Grund. Die Baufirmen haben volle Auftragsbücher. „Im Vergabeprozess kam es deshalb zu größeren Problemen, da aufgrund der guten Konjunkturlage in der Bauwirtschaft zu einer Reihe von Vergaben keine Angebote eingingen“, erklärt Gößl. Deshalb mussten Aufträge neu ausgeschrieben werden. Außerdem würden sich die Kapazitätsengpässe bei den eingesetzten Firmen auch auf den Ablauf auswirken, sodass der Endtermin nicht gehalten werden kann. Damit verzögert sich die Fertigstellung um insgesamt anderthalb Jahre. Sie sollte bereits 2017 beendet werden.

Ende 2013 hatten erste Arbeiten im Ostflügel begonnen. Sie verzögerten sich, unter anderem wegen Problemen mit der Stoffbespannung der Wände. Der Flügel wurde Ende 2015 übergeben. Dorthin ist die Gemäldegalerie Alte Meister mit der berühmten Sixtinischen Madonna umgezogen. Seitdem wird die Westhälfte des zwischen 1847 und 1855 nach Entwürfen von Gottfried Semper errichteten Gebäudes saniert. Zumindest zwei Bereiche sollen vorfristig übergeben werden, der Entreesaal und der Gobelinsaal der Gemäldegalerie.

Zahlreiche Arbeiten konnten schon beendet werden, so die Abbruch- und Tischlerarbeiten an den Fenstern und die Lüftungsmontage im Entreesaal. Derzeit werden unter anderem die Sandsteinfassaden saniert, die Fenster im ersten Stock verglast und die Decke des Entreesaals restauriert.

(2) Der Baubeginn: Bogengalerie L wird für Ausstellung vorbereitet

Eingerüstet ist derzeit die Bogengalerie L. Auch an der Treppe des benachbarten Französischen Pavillons wird gebaut. Die Räume werden für eine neue Dauerausstellung zum 300. Jubiläum des Zwingers ausgebaut, die im September 2019 öffnen soll. Die Planung ist aber noch nicht genehmigt, teilt Tobias Lorenz vom Staatsbetrieb Sächsisches Bau- und Immobilienmanagement (SIB) mit. Deshalb werden derzeit vorbereitende Arbeiten ausgeführt. So werden Einbauten und Technik in den Räumen entfernt. Zudem beginnen Handwerker mit der Restaurierung der Fassade.

(3) Der Fertige: Herkules grüßt in voller Schönheit vom Wallpavillon

Besucher können jetzt den frisch sanierten Wallpavillon als den größten im Zwinger bewundern. Anfang dieses Jahres konnten die letzten Arbeiten beendet werden. Ganz oben auf dem Giebel steht Herkules. Der von Balthasar Permoser geschaffene Hüne und weitere Figuren der sogenannten Attika, die das Kupferdach verkleidet, symbolisieren die Verschmelzung von griechischer Mythologie und dem politischen Machtanspruch von August dem Starken. Restauratoren und Steinmetze haben Herkules, die weiteren Sandsteinkunstwerke und den gesamten Wallpavillon mit großem Aufwand saniert.

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