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Montag, 13.08.2018

„Ich könnte hinlaufen, was ich natürlich nicht tun werde“

Den Ball immer im Blick: Torjäger Pierre Nebes.Foto: Steffen Unger
Den Ball immer im Blick: Torjäger Pierre Nebes.Foto: Steffen Unger

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Der FV 06 Laubegast kann einen spektakulären Wechsel vermelden. Pierre Nebes wird in der kommenden Saison für den Aufstiegsaspiranten der Landesklasse Ost stürmen. Der 33-Jährige spielte zuvor viele Jahre lang beim BSV Sebnitz, war auch beim Heidenauer SV, Einheit Kamenz und der zweiten Mannschaft von Dynamo Dresden aktiv. Für den SC Borea-Vorgänger FV Nord spielte Nebes in der Oberliga. Im Interview erklärt der Torjäger, warum er Sebnitz mit einem lachenden und einem wütenden Auge verlassen hat.

Herr Nebes, wie kam es zum Wechsel nach Laubegast?

Dafür gibt es mehrere Gründe. Einerseits ist Andreas Haupt dort als sportlicher Leiter tätig. Er war schon beim Heidenauer SV mein Trainer und ich arbeite mittlerweile seit 2006 in seiner Kurierdienst-Firma. Wir hatten und haben stets ein gutes Verhältnis miteinander. Andererseits hat der FV Laubegast ein klares Ziel mit dem Aufstieg in die Landesliga vor Augen. Es ist eine Truppe mit erfahrenen Leuten und jungen talentierten Spielern. Dazu kommt ein absoluter Trainerfuchs mit Boris Lucic. Ich möchte meine Erfahrungen dort mit einbringen.

Sie wohnen nur unweit der Spielstätte an der Steirischen Straße. Sicher auch ein Grund für den Wechsel?

Das ist richtig. Ich habe nur fünf Minuten Weg. Da könnte ich hinlaufen, was ich natürlich nicht tun werde (schmunzelt). Und ich kann nach dem Training auch mal eine Radeberger Kaltschale mehr genießen und notfalls den Drahtesel stehen lassen. Wer mich kennt, weiß wie das gemeint ist. Wenn es bei Pierre Nebes nicht auch ums Bier geht, läuft irgendetwas falsch. Das kann ruhig so aufgeschrieben werden.

Und trotzdem sind Sie seit Jahren eine feste Größe als Toregarant?

Ich halte mich fit, habe zudem beim FV Nord eine gute Ausbildung bekommen, von der ich bis heute profitiere. Ich weiß, wo das Leder hin muss. Ich will in jeder Saison eine zweistellige Trefferzahl erreichen. Das ist mir bislang immer gelungen.

Was waren bisher Ihre größten Erlebnisse als Torschütze?

Auf jeden Fall als wir mit der A-Jugend des FV Nord gegen Rostock erfolgreich waren. Ich traf und wir schafften den Aufstieg in die Bundesliga. Leider konnte ich altersmäßig dann nicht mehr ganz oben mitspielen, war bei den Männern aber in der Oberliga dabei. Ich erinnere mich auch gern an das 2:0 gegen Bannewitz in der Saison 2015/16, als ich mit dem BSV Sebnitz dadurch den Staffelsieg in der Landesklasse holte.

Warum sind Sie vom BSV Sebnitz weggegangen?

Es ist eine traurige Geschichte. Ich war insgesamt elf Jahre lang in Sebnitz, bin dreimal in der Woche von Dresden aus zum Training gefahren. Es war eine tolle Zeit mit einem wirklich feinen Team. Ich möchte mich bedanken, dass ich dort spielen durfte. Nun ist es Zeit für eine andere Liga, auch wenn es ein unglückliches Ende in Sebnitz war, was mich doch auch wütend macht. Mehr möchte ich dazu nicht sagen.

Beim 3:4-Testspiel gegen den Radebeuler BC haben Sie gleich Ihren Tor-Einstand gegeben. Zufrieden?

Es freut mich natürlich und ich hoffe, dass es dann in den Pflichtspielen auch so gut klappt. Es ist wirklich ein gutes Team mit sehr zukunftsorientierten Zielen. Ich hoffe, dass wir alle verletzungsfrei bleiben und eine tolle Saison hinlegen werden.

Dreimal Training in der Woche, dazu die Spiele – wie nimmt die Familie Ihre Fußballverrücktheit in Kauf?

Sehr sehr gut. Meine Freundin Nadine unterstützt mich riesig. Manchmal ist sie auch bei einem Spiel dabei. Sie hat als Sozialpädagogin auch viel um die Ohren, weiß, wie es ist, abends oft unterwegs zu sein. Zu unserer kleinen Familie zählen noch unser Hund Bex und unsere Katze Pida.

Das Gespräch führte Jens Jahn.