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Mittwoch, 28.02.2018

„Ich gebe weiter meinen Senf dazu“

Vom Stammspieler zum Tribünengast – Andreas Lambertz spricht über seine neue Rolle bei Dynamo und die Zukunft.

Reden statt spielen: Andreas Lambertz ist für Trainer Uwe Neuhaus ein wichtiger Gesprächspartner. Am Ende der Saison werden sich die Wege aber wohl trennen.
Reden statt spielen: Andreas Lambertz ist für Trainer Uwe Neuhaus ein wichtiger Gesprächspartner. Am Ende der Saison werden sich die Wege aber wohl trennen.

© Robert Michael

Herr Lambertz, in diesem Jahr standen Sie noch keine Minute auf dem Platz, bei den vergangenen fünf Spielen nicht mal mehr im Kader. Wie fühlen Sie sich als Zuschauer?

Der Trainer hat mir die Situation erklärt. Trotzdem ist es natürlich nicht schön, wenn man so gar nicht die Möglichkeit hat, zu helfen und seinen Beitrag zu leisten. Dennoch habe ich weiter einen guten Draht zum Trainer und ihm in einem Gespräch auch erklärt, dass ich mich nicht hängenlasse, trotzdem einbringen werde und bereit bin, wenn er mich braucht.

Wie erklären Sie sich, dass Sie momentan keine Rolle spielen?

Wir sind auf den zentralen Positionen im Mittelfeld mit Marco Hartmann, Manuel Konrad, Niklas Hauptmann, Rico Benatelli, Aias Aosman und mir richtig gut besetzt. Sascha Horvath und Paul Seguin könnten da auch aushelfen. Und dass man einem jungen und talentierten Spieler wie Niklas Hauptmann, der super Potenzial hat, sich zu entwickeln, die Chancen gibt, hat ja durchaus Sinn.

Haben Sie Verständnis dafür, dass man einen erfahrenen Spieler wie Sie auf die Tribüne setzte?

Jeder Spieler, den man fragt, würde sich wahrscheinlich in die Startelf stellen. Aber ich bin nicht mehr Anfang 20, ich verstehe die Gedankengänge schon alle.

Trainer Uwe Neuhaus hat zu Ihrer neuen Rolle gesagt, dass Sie weiterhin ein wichtiger Kommunikationspartner sind. Wie sieht das konkret aus?

Wir haben wirklich ein sehr gutes Verhältnis. Als ich hierherkam, hatte ich sofort das Gefühl, dass ich diese Rolle mit übernehmen kann, obwohl ich nicht der Kapitän bin. Es kommen oft Spieler zu mir und bitten mich, etwas beim Trainer anzusprechen. Ich gehe nach den Spielen immer zu ihm, gebe weiter meinen Senf dazu, sage, woran es noch hapert, was wir besser machen können. Das hat er nicht eingefordert, aber ich versuche mich da trotzdem einzubringen, weil ich denke, dass man mit den Jahren mehr sieht und auf andere Dinge achtet als früher.

Was haben Sie denn zuletzt gesehen?

Dass uns das typische Spiel, also beginnend beim Torwart nach vorne zu kombinieren, in den vergangenen Wochen etwas abhandengekommen ist. Das ist so, weil uns die Gegner durch ihr frühes Anlaufen dazu zwingen. Auf der anderen Seite muss man reagieren, wenn der eigene Plan nicht mehr erfolgreich ist. Nun spielen wir lange Bälle auf die Stürmer und versuchen dann, konsequent nachzusetzen. Das ist zwar untypisch für uns, aber wir setzen dieses System mit sehr viel Willen um, erzwingen mehr als früher.

Zu den beiden Relegationsplätzen sind es jeweils fünf Punkte Abstand. Wo landet Dynamo am Ende der Saison?

Ich will gar nicht nach oben schielen, das wäre nach zwei Siegen der falsche Ansatz. Eigentlich haben wir vorher besser gespielt, hatten aber nicht so viel Erfolg. Jetzt mussten wir etwas ändern, die Ergebnisse stimmen, aber das ist noch längst nicht das, was wir eigentlich können. Deshalb sollten wir die Kirche schön im Dorf lassen.

Sie sind 33, Ihr Vertrag läuft am Saisonende aus. Gab es schon Gespräche darüber, ob oder wie es danach mit Ihnen bei Dynamo weitergeht?

Nein, bisher nicht.

Hoffen Sie, dass dies noch passiert?

Ich lasse alles auf mich zukommen, bin offen und habe da keinen Stress oder Druck. Fest steht: Ich möchte noch ein bisschen kicken. Wenn ich noch ein, zwei Jährchen dranhängen könnte, wäre das schön.

Und danach wechseln Sie in die Geschäftsstelle von Fortuna Düsseldorf?

Ja, davon gehe ich aus. So war der Plan, als ich von der Fortuna weggegangen bin.

Steigt Ihr Verein, für den Sie 13 Jahre gespielt haben, am Ende der Saison in die Bundesliga auf?

Die Fortuna spielt unheimlich effektiv und extrem energisch. Das ist stimmig, das passt. Sie haben schon richtig gute Möglichkeiten, es diesmal zu packen.

Gespräch: Daniel Klein

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