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Mittwoch, 15.08.2018

Hundewelpe stirbt durch Virus

Von den Mitte Juli im Königsholz bei Großhennersdorf ausgesetzten Tieren ist eines gestorben. Die medizinische Versorgung konnte ihm nicht mehr helfen.

Karoline Peuker, Vorstandsmitglied vom Tierschutzverein Löbau-Zittau, und Tierheimmitarbeiter Silvio Skobel mit den ausgesetzten Hundewelpen.
Karoline Peuker, Vorstandsmitglied vom Tierschutzverein Löbau-Zittau, und Tierheimmitarbeiter Silvio Skobel mit den ausgesetzten Hundewelpen.

© Constanze Junghanß

Großhennersdorf. Von den Mitte Juli im Königsholz bei Großhennersdorf ausgesetzten Welpen ist ein Tier gestorben. Das bestätigt Ramona Loske, Vorsitzende vom Tierschutzverein Löbau-Zittau gegenüber der SZ. Die vier Hundekinder – je zwei männliche und weibliche Tiere – sind vor einem Monat nahe einer Brücke von einer Oderwitzer Familie beim Spaziergang entdeckt worden. Wer sie dort wie Müll entsorgte, steht nicht fest. Sie waren voller Ungeziefer, dehydriert und hungrig. Die Familie hatte umgehend das Tierheim in Bischdorf informiert, dessen Mitarbeiter die Welpen in Obhut nahmen. Die zum Fundzeitpunkt etwa acht bis zehn Wochen alten Mischlinge bekamen die Namen Rocky, Kelly, Sisco und Dani. Mittlerweile geht das Tierheim davon aus, dass die Welpen nicht aus einem Wurf stammen. Zu groß sind die optischen Unterschiede. Während Kelly und Sisco vermutlich Jack-Russel-Vorfahren haben, scheinen bei Dani ein Golden Retriever und bei Rocky ein Schäferhund mitgemischt zu haben. Vermutet wird von der Vereinsvorsitzenden, dass die Hunde illegal über die Grenze geschmuggelt wurden und der oder die Vorbesitzer die Tiere schnell loswerden wollte. Anfangs wurde befürchtet, dass noch mehr Welpen im Königsholz herumirren. Bei weiteren Kontrollen wurden aber keine Hunde mehr entdeckt, heißt es vonseiten des Tierheims.

„Rocky war der Kräftigste von allen“, sagt Ramona Loske. Der Kleine – so stellte sich bei den tierärztlichen Untersuchungen heraus – war ebenso wie die anderen drei Welpen mit dem Parvovirose-Virus infiziert. Etwa eine Woche nach der Rettung brach das Virus bei allen vier Fundtieren aus. Damit begann ein Kampf ums Überleben, wie Ramona Loske sagt. Neben den Medikamenten mussten den Hunden Wasserdepots unter die Haut gespritzt werden, da der extreme Durchfall und das Erbrechen zur Austrocknung führten. Rocky habe diesen Kampf leider verloren. Die Erkrankung ist laut dem Tiermedizinportal hochansteckend beim Hund. Sie wird durch das canine Parvovirus hervorgerufen und kommt weltweit vor. Schweres Erbrechen, hohes Fieber und teils blutiger Durchfall sind die Symptome, die zum Tod der Tiere führen können. „Einziger Schutz sind die Impfungen“, sagt Ramona Loske, die betont, wie wichtig eine solche Immunisierung für alle Haustiere ist. Denn die Ansteckungsgefahr der Tiere untereinander ist groß. Impfen ist zudem preiswerter als tierärztliche Folgekosten. Das sei nicht jedem Halter bewusst. Das Tierheim nimmt auch Gasthunde auf – allerdings nur, wenn diese entsprechend geimpft sind und dieser Schutzstatus im Tierpass eingetragen wurde.

Die drei Hundekinder, die die Parvovirose dank intensiver tiermedizinischer Betreuung überlebten, werden die kommenden Tage geimpft und gechipt. Das Impfen ist erst möglich, wenn sie zu hundert Prozent wieder fit sind. Chippen heißt, sie bekommen neben der Grundimmunisierung einen winzigen Mikrochip unter die Haut implantiert. So ein Chip enthält wesentliche Informationen. Büxt ein Hund aus und wird aufgegriffen, kann mithilfe eines speziellen Lesegeräts der Chip ausgelesen und damit der Halter ermittelt werden. Sind Kelly, Sisco und Dani vollständig gesund, werden sie vermittelt. „Herrchen beziehungsweise Frauchen sind bereits gefunden“, so Ramona Loske. Für die Welpen gab es nach Bekanntwerden ihrer Geschichte mehr als 30 Interessenten und großes Medieninteresse.

Die Meldung wurde am 15. August 2018, 20.57 Uhr aktualisiert.