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Montag, 10.09.2018

Hunderte Rechtsextreme in Köthen

Der Trauerzug durch Köthen
Der Trauerzug durch Köthen

© dpa

Köthen. Bei dem sogenannten Trauermarsch nach der tödlichen Auseinandersetzung in Köthen in Sachsen-Anhalt hat die Polizei zunächst zehn Anzeigen aufgenommen. Es werde wegen des Verdachts der Volksverhetzung, der Beleidigung, Verstößen gegen das Versammlungsrecht sowie einer Körperverletzung gegen Pressevertreter ermittelt, sagte Sachsen-Anhalts Landespolizeidirektorin Christiane Bergmann in Magdeburg.

Derzeit werde das Demogeschehen auf weitere Straftaten hin ausgewertet. Dafür nutze die Polizei sowohl eigene Erkenntnisse als auch Videoaufzeichnungen und Onlinematerial. Bei einer Kundgebung habe es ein offenes Mikrofon gegeben, dass von der rechtsextremen Szene belegt worden sei, so Bergmann. So hat etwa das Portal Buzzfeed diese Rede des Thügida-Chefs David Köckert online gestellt:

Rechte Gruppen hatten für Sonntagabend spontan zu einer Demonstration durch Köthen mobilisiert. Rund 2500 Menschen folgten dem Aufruf, unter ihnen waren nach Angaben der Sicherheitsbehörden etwa 500 Rechtsextreme aus Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Thüringen.

Die Bundesregierung hat sich empört über die rechtsextremen Proteste gezeigt. „Dass es (...) am Ende des Tages in Köthen, wie ein Video zeigt, zu offen nationalsozialistischen Sprechchören gekommen ist, auch das muss uns betroffen machen und empören“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag.

Hunderttausendfach wurde etwa dieses Video eines Deutschland-Korrespondenten der französischen Zeitung "Le Monde" auf Twitter angesehen: