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Dienstag, 16.01.2018

Hotel Stadt Leipzig soll 2019 bezogen werden

Mehrfach wurde der Baustart angekündigt. Nun steht dem nichts mehr im Weg.

Von Sarah Herrmann

Dieser Anblick könnte bald der Vergangenheit angehören. Die Sanierung des Hotels Stadt Leipzig an der Ecke Rähnitzgasse/Heinrichstraße soll 2019 abgeschlossen sein.
Dieser Anblick könnte bald der Vergangenheit angehören. Die Sanierung des Hotels Stadt Leipzig an der Ecke Rähnitzgasse/Heinrichstraße soll 2019 abgeschlossen sein.

© Sven Ellger

Könnte die unendliche Geschichte doch ein Ende finden? Seit 2012 wird gespannt auf den Baustart am einstigen Hotel Stadt Leipzig gewartet. Damals wurde das Denkmal an der Ecke Rähnitzgasse/ Heinrichstraße von der Hotel Stadt Leipzig Objektgesellschaft mbH, die zum Warschauer Unternehmen Griffin Real Estate gehört, gekauft. Die kündigte eine Sanierung an. Nichts passierte. Nun gibt es Hoffnung auf den Baustart. Bereits 2019 sollen die Eigentumswohnungen bezogen werden.

So wird es jedenfalls auf dem Wohnungsportal Immobilienscout 24 angepriesen. „Nach einer aufwendigen Sanierung entsteht ein Ensemble aus 26 exklusiven Wohnungen, sechs Apartments und vier Gewerbeeinheiten im Erdgeschoss“, heißt es dort. Die Wohnungen werden für 3 300 Euro pro Quadratmeter verkauft. Je nach Größe müssen im Hotel Stadt Leipzig dementsprechend zwischen 135 000 und 850 000 Euro investiert werden. Der Investor äußert sich auf SZ-Anfrage nicht zum Baustart und -ende. Dass dem Beginn nichts mehr im Wege steht, bestätigt aber die Stadtverwaltung: „Die beiden Genehmigungen wurden verlängert. Damit kann der Bauherr bauen“, teilt Stadtsprecherin Anke Hoffmann im Auftrag des Bauaufsichtsamts mit. Allerdings schränkt sie umgehend ein: „Er hat den Beginn allerdings noch nicht angezeigt.“ Ob eine Fertigstellung im kommenden Jahr realistisch sei, wagt die Verwaltung nicht einzuschätzen. Bisher ging der Investor von einer Bauzeit von einem reichlichen Jahr aus.

Wenn das Hotel Stadt Leipzig also Ende 2019 fertig sein soll, müssten die Arbeiten noch im dritten Quartal 2018 starten. Zunächst müssten die Abrissbagger anrollen. Denn der Gebäudeteil an der Heinrichstraße ist so marode, dass nur die Fassade erhalten bleiben kann. Sind die Abbrucharbeiten erledigt, soll es erneut archäologische Grabungen geben. Auf dem Hof wurden diese bereits ausgeführt. Dabei wurden Überreste einer Töpferei entdeckt. Während an der Heinrichstraße ein Anbau entsteht, der der historischen Substanz ähneln soll, wird der Teil an der Rähnitzgasse im Bestand saniert. Auf dem Hof entsteht ein moderner Neubau zum Kontrast.

Bereits 2012 reichte die Hotel Stadt Leipzig Projektgesellschaft mbH diese Pläne bei der Stadt ein, seit Ende 2014 liegt eine Baugenehmigung vor. Dann haperte es allerdings an der Finanzierung. Jahrelang verhandelte das Warschauer Unternehmen mit der Bank. Rund zwölf Millionen Euro müssen für das Vorhaben investiert werden. Erst im August vergangenen Jahres konnte bestätigt werden, dass die Finanzierung steht. Da fehlten allerdings noch technische Nachweise. Die liegen nun ebenfalls vor. Mit der Verlängerung der Baugenehmigung steht den Arbeiten nun also eigentlich nichts mehr im Weg.

Doch die Hoffnungen sind gedämpft. Zu oft wurde der Baustart bereits angekündigt. „Ich würde 2018 auch gerne mal vermelden, dass die Sanierung des Hotels Stadt Leipzig wirklich beginnt. Bisher sage ich immer wieder nur, dass sie beginnen könnte“, sagte der Neustädter Ortsamtsleiter André Barth im SZ-Interview. Auch Bürger haben bereits auf ein schnelles Handeln gedrängt. Die Initiative Stadtbild DD hatte sogar eine Enteignung durch die Stadt angeregt. Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) entschied sich allerdings zunächst, in persönlichen Gesprächen den Druck auf den Investor zu erhöhen. Noch immer steht auch die Aufhebung der Baugenehmigung im Raum, sollten die Arbeiten nicht bald beginnen.

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