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Mittwoch, 13.06.2018

Hohnsteiner Grundschüler werden zu Artisten und Dompteuren

Der Zirkus Rolandos bietet Schulen Erlebnisprojekte an. Dabei geht es nicht nur um Spaß, sondern auch um Fleiß.

Von Anja Weber

Roland Krämer ist der Zirkusdirektor. Er übt persönlich mit den Grundschüler verschiedene Darbietungen ein. Wie gut das gelingt, wird am Donnerstag und Freitag zu sehen sein.
Roland Krämer ist der Zirkusdirektor. Er übt persönlich mit den Grundschüler verschiedene Darbietungen ein. Wie gut das gelingt, wird am Donnerstag und Freitag zu sehen sein.

© Dirk Zschiedrich

Hohnstein. Noch sitzt Roland Krämer, Direktor des Zirkus Rolandos, bei einem Kaffee vor seinem Wohnwagen. Er ist ein Zirkusmensch durch und durch, einer mit Leib und Seele. „Ich bin im Zirkus geboren. Meine Ur-Ur-Großeltern haben die ersten Vorstellungen auf Jahrmärkten gegeben“, erzählt er. Seine Großmutter hat mit anderen Zirkusfrauen im Krieg allein das Zelt aufbauen müssen, weil die Männer an der Front waren. Zu DDR-Zeiten und auch nach der Wende gastierte der Zirkus an unzähligen Orten. Krämer erzählt von Auftritten im Kessel Buntes und anderen Unterhaltungssendungen. Dann wird er jäh unterbrochen. Von der Sebnitzer Straße her dringen Dutzende Kinderstimmen herüber. Nicht lange, und die Kinder biegen auf den Parkplatz ein, wo seit dem Wochenende das Zirkuszelt steht. Am 14. und 15. Juni wird es hier ganz besondere öffentliche Vorstellungen geben. Akteure sind die Hohnsteiner Grundschüler selbst.

Eine ganze Woche arbeiten sie jetzt mit den Profis vom Zirkus Rolandos zusammen, um sich auf ihre Auftritte vorzubereiten. Schulleiter Thomas Riedel begrüßt Roland Krämer wie einen alten Bekannten. Sie kennen sich. Schon 2014 gastierte der Zirkus mit seinem erlebnispädagogischen Projekt in Hohnstein. „Kindern, Eltern und Lehrern hat das so gut gefallen, dass wir gleich den Vertrag für dieses Jahr unterschrieben haben“, sagt Schulleiter Riedel.

Roland Krämer ist mit einem Team von acht Leuten nach Hohnstein gekommen. Bei noch größeren Projekten nehme er dann noch Artisten des früheren Staatszirkus mit dazu. Die Kostüme werden alle gestellt. 500 Stück gibt es davon im Fundus des Zirkus. Seit 15 Jahren ist der Traumzauberzirkus auf Tour.

Die Hohnsteiner Kinder haben bereits in der Manege Platz genommen und warten auf die Kommandos. Und die lassen nicht lange auf sich warten: „Die Ziegenkinder gehen bitte nach draußen und die Hundekinder bleiben hier“, tönt es aus dem Mikrofon. Und schon nach einem Tag wissen die Kinder, wo ihre Tiere für die Dressur stehen. Ohne Tiere geht es nicht, das wissen auch die Rolandos. Deshalb haben sie bei ihren Projekten Pferde, Ziegen, Tauben und Hunde mit dabei. Die sind Trubel gewöhnt. Den Ziegen macht es offenbar gar nichts aus, wenn sie in der Manege von einem bunten Stimmengewirr empfangen werden oder wenn ihnen am Bart gezogen wird. Doch dann geht es auch für sie an die Arbeit. Die ersten Kommandos haben die „Ziegenkinder“ bereits gelernt. Und auch wenn mal etwas schief geht, ist das nicht so schlimm. „Die Hauptsache ist, dass einer dem anderen hilft. Das ist so beim Zirkus“, sagt Roland Krämer. Zirkus bedeutet nicht nur Spaß, sondern auch Disziplin, Fleiß und Miteinander. Bis Donnerstagfrüh haben die Grundschüler nun Zeit, in ihre neuen Rollen zu schlüpfen. Sie werden in verschiedenen Darbietungen zu sehen sein: Hula-Hopp-Tanz, Hundedressur, Licht-Ball-Show, Zauberei, Fakir-Schlangen, Drahtseil, Taubendressur und vieles mehr. Natürlich sind auch Clowns dabei.

Die Kosten für die Teilnahme der Schüler an dem Projekt belaufen sich pro Schüler auf 15 Euro. Dazu gibt es noch eine DVD für zwölf Euro.

Öffentliche Vorführungen, Parkplatz Sebnitzer Straße in Hohnstein: 14. Juni, 17 Uhr; 15. Juni, 10 Uhr und 17 Uhr, Programmdauer: zwei Stunden; Eintritt Erwachsene: acht Euro, Kinder: sechs Euro

Infos im Internet

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