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Freitag, 14.09.2018

Hohe Hürde für Radebeul

Von Jürgen Schwarz

Radebeul. Nach dem Pokal-Wochenende steht der dritte Spieltag in der Fußball-Landesliga an. Der Radebeuler BC und der Großenhainer FV waren bereits in der ersten Pokalrunde gescheitert, nun folgte auch die BSG Stahl Riesa. Damit fehlten alle drei Sachsenligisten aus der Region bei der Auslosung am Montag in Leipzig.

Die Radebeuler wollten eigentlich beim SC Borea testen, „aber aufgrund etlicher Verletzungen und Erkrankungen mussten wir die Partie kurzfristig absagen“. Trainer Matthias Müller hofft, dass bis zum Samstag der eine oder andere Spieler wieder fit ist, denn es steht einer der schwierigsten Auswärtsaufgaben in dieser Saison an. Ab 15 Uhr wartet Oberliga-Absteiger SV Einheit Kamenz auf die Karl-May-Städter. Die letzten Punktspielduelle gab es in der Saison 2013/14. Einheit gewann in Radebeul mit 3:0 und zu Hause mit 2:0. „Das wird eine ganz harte Nuss für uns“, gibt sich der Kamenzer Coach Frank Rietschel zurückhaltend. Der 47-Jährige, viele Jahre als Profi aktiv, sitzt bei den Lessingstädtern seit 2013 auf der Trainerbank und führte die Mannschaft im Vorjahr in die NOFV-Oberliga. Zwar stieg Einheit nach nur einem Jahr wieder ab – aber Rietschel blieb im Amt. Dafür trennte sich der Verein von etlichen erfahrenen Spielern. „Wir haben an Erfahrung verloren, aber an Handlungsgeschwindigkeit gewonnen“, sagt Rietschel, der u. a. drei Spieler vom Regionalligisten Bischofswerda bekam. Von so etwas kann „Lotte“ Müller nur träumen. „Unser Kader ist sehr klein, wir müssen haushalten. Ich hoffe, dass wir die erste Halbserie vernünftig überstehen und ausreichend Punkte sammeln, um den Klassenerhalt im Blick zu behalten. In der Winterpause müssen wir dann personell unbedingt nachlegen.“

Bei den Großenhainern ist das Pokalaus in Freiberg (0:3) längst abgehakt. In die Meisterschaft startete der GFV mit einem 1:1 gegen Radebeul und einem ungefährdeten 2:0-Sieg beim BSC Rapid Chemnitz. Am Samstag reist der VfB Empor Glauchau in der Jahnkampfbahn an. Den Auftakt hatte Empor bei Aufsteiger Olbernhau gründlich in den Sand gesetzt (1:6), sich dann aber mit einem 2:0-Heimerfolg über Markkleeberg rehabilitiert. Im Pokal schied Glauchau durch ein 0:3 in Niesky aus.

Die BSG Stahl Riesa gastiert am Sonntag ab 15 Uhr beim Aufsteiger in Olbernhau. Den Saisonstart hatte sich Trainer Daniel Küttner anders vorgestellt. Der 0:1-Niederlage beim Neuling in Mittweida, folgte das 1:3 im ersten Heimpunktspiel gegen Grimma sowie das Ausscheiden aus dem Sachsenpokal beim Landesklässler Blau-Weiß Leipzig – 9:10 nach Elfmeterschießen. Allerdings musste Küttner vor einer Woche auf seine Stammkräfte Magula, Runge, Gründler, Gallwitz und Wolf verzichten. Torjäger Paul Kiontke war angeschlagen und spielte nur wenige Minuten. So mussten viele Youngster ran, und denen stellte der Coach ein gutes Zeugnis aus: „Natürlich passieren Fehler oder es fehlt in der einen oder anderen Situation an der nötigen Cleverness. Aber der Fortschritt der Jungen in der kurzen Zeit im Männerbereich ist schon beachtlich.“ Dennoch, Fußball bliebt ein Ergebnissport und Stahl braucht endlich ein Erfolgserlebnis.