erweiterte Suche
Montag, 06.08.2018

Höhepunkt kurz vor dem Abpfiff

Von Jürgen Schwarz

Das erste Punktspiel-Derby nach 13 Jahren Unterbrechung ist Geschichte. Am zweiten Spieltag der Fußball-Regionalliga Nordost trennten sich der Bischofswerdaer FV und die FSV Budissa Bautzen vor 864 Zuschauern mit einem 1:1 (0:1)-Unentschieden. Glücklicher sahen nach dem Schlusspfiff freilich die Gastgeber aus. Kein Wunder – schließlich hatte der eingewechselte Daniel Maresch in der vierten Nachspielminute den Ausgleich mit einem phänomenalen Freistoßtor erzielt. Bis dahin hatte die Führung der Spreestädter durch Tony Schmidt (37.) Bestand. Torsten Gütschow ging kein Risiko ein und vertraute der gleichen Startelf wie gegen die Berliner. Erik Schmidt berief sechs Neuzugänge in die Anfangsformation und lüftete auch das Geheimnis um die Nummer eins im Tor. Der regionalliga-erfahrene Oliver Birnbaum erhielt den Vorzug gegenüber Dominik Reissig.

Das Geschehen in der ersten Halbzeit ist schnell abgehandelt. Die Bischofswerdaer wirkten logischerweise etwas nervös, sodass viele gut gemeinte Offensivaktionen nicht zum Abschluss kamen. Dennoch hatte der eifrige Thomas Sonntag die Führung auf dem Spann, konnte aber im letzten Moment noch von Sepp Kunze gestört werden (36.). Praktisch im Gegenzug erzielte Tony Schmidt nach sehenswerter Kombination mit Jonas Mack das 1:0 für Bautzen.

Bis dato hatten die Gäste ihr Spiel unaufgeregt durchgezogen – defensiv stark und mit dem Versuch, ein schnelles Umkehrspiel auszuziehen. „In der ersten Halbzeit war es ein typisches Derby. Keiner wollte einen Fehler machen, beide Teams haben abgewartet“, resümierte Gütschow.

Nach dem Wechsel wurde die 57. Minute zum Knackpunkt – besser sie hätte es werden können. Eine sinnlose Aktion von Tom Hagemann, der bei einem Einwurf den Ball absichtlich auf Sepp Kunze warf, dezimierte die Platzbesitzer durch die Rote Karte. Damit war eigentlich alles für die Budissen angerichtet, denn diese Konstellation passte perfekt zum taktischen „Anzug“ der Gäste. „Klar, wir hätten den Sack zumachen müssen, hatten sechs, sieben Überzahlangriffe, die wir aber nicht konsequent zu Ende gebracht haben“, ärgerte sich Gütschow. „Und dann kassieren wir in der Nachspielzeit den Ausgleich. Das ist bitter, auch wenn ich zugebe, dass ich vor dem Spiel so ein Ergebnis sofort unterschrieben hätte. Schiebock hat nie aufgegeben und sich den Punkt auch verdient.“

Bischofswerda: Birnbaum – Rülicke, Heppner, Lenk, Cermak – Kloß (65. Maresch), Kötzsch – Zille (68. Petracek), Hagemann, Sonntag – Graf (85. Grellmann).

Bautzen: Ebersbach - Kunze, Patka, Hoßmang, Mack - Ciapa, Weiß (63. Krautschick), Treu (85. Merkel), Schlicht – Bönisch (68. Langr), Schmidt.