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Freitag, 10.08.2018

Höhenflüge am Drahtseil

Die Handballer des HC Elbflorenz absolvieren eine ungewöhnliche Einheit und arbeiten nun noch am Feinschliff für die Saison.

Von Alexander Hiller

Ist der alte auch der neue Kapitän? Torwart Mario Huhnstock.
Ist der alte auch der neue Kapitän? Torwart Mario Huhnstock.

© Robert Michael

Höhenflüge sind offenbar planbar. Beim HC Elbflorenz wird man bis auf Weiteres freilich einen Teufel tun, den Spruch auf die weitere sportliche Entwicklung zu beziehen. Immerhin starten die Dresdner Handballer in knapp zwei Wochen erst in ihre zweite Zweitliga-Saison.

Darauf haben sich die Schützlinge von Trainer Christian Pöhler jetzt mit einem außergewöhnlichen Teamevent vorbereitet. Am Donnerstagvormittag erkundeten die Handballer die Rappbodetalsperre im Harz aus der Vogelperspektive. Möglich macht das die größte Doppelseilrutsche Europas – in der modernen Eventsprache wird das Megazipline genannt. Daran gleitet man, natürlich entsprechend mit Gurten und Verankerungen gesichert, knapp 1 000 Meter entlang des Abhangs ins Tal. Auch Trainer Christian Pöhler traute sich. Ob die Mutprobe direkte Auswirkung auf die sportliche Leistung am Abend beim Testspiel in Wittenberg gegen den Zweitliga-Rivalen Dessau-Roßlauer HV hatte, ist nicht bekannt. Die Partie war nach Redaktionsschluss dieser Seite noch nicht beendet.

„Wir sind in der finalen Phase der Vorbereitung, da ist so eine Abwechslung für den Kopf ganz gut“, erklärte Pöhler den luftigen Ausflug. Am Freitag bestreiten die Profis einen gemeinsamen Trainingslagertag mit dem eigenen Perspektivteam (Mitteldeutsche Oberliga) und den klubeigenen A-Junioren. Auch am Wochenende lässt es der 37-Jährige etwas ruhiger angehen – bis auf einen PR-Termin hat die Mannschaft frei, ehe sie am Montag in jenen Abschnitt der Vorbereitung startet, in der Pöhler den HC-Profis den Feinschliff verpassen will.

Dazu gehört am Dienstag das erste und einzige Testspiel in der eigenen Ballsport-Arena. Gegner ist dabei ab 18 Uhr der tschechische Erstligist Lovosice. „Ich gehe mal schwer davon aus, dass dabei dann eine Art Stammformation auf dem Feld stehen wird. Zumindest habe ich davon eine ziemlich genaue Vorstellung“, betont der Trainer. Die personellen Details behält er natürlich noch für sich.

Auch die Frage, wer seine Mannschaft in der neuen Saison nominell als Kapitän anführen wird, lässt Pöhler noch offen. „Die Prozesse laufen alle“, versichert er. Unter Druck setzen lassen will er sich dabei offenbar nicht. Selbst ob er den Kapitän aus dem Mannschaftskreis heraus wählen lässt oder ob er selbst über den aus seiner Sicht geeignetsten Kandidaten entscheidet, mag der HC-Trainer noch nicht beantworten. Wird man alles sehen – frühestens gegen Lovosice. Am Wochenende darauf starten die Dresdner dann in die 1. Runde um den DHB-Pokal – in ihrer Vierergruppe mit Erstliga-Absteiger Hüttenberg und mit den Rhein-Neckar Löwen mit eher geringen Erfolgsaussichten.

Aber Höhenflüge müssen ja nicht ausschließlich an einem Drahtseil absolviert werden.

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