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Freitag, 10.08.2018

Hitze kein Problem für Kohlekraftwerke der Lausitz

Die Kühlflüssigkeit stammt aus der Grubenentwässerung der Tagebaue. Statt Wasser aus den Flüssen zu ziehen, speist die Leag sogar in die Spree ein.

Blick auf das Kraftwerk in Boxberg.
Blick auf das Kraftwerk in Boxberg.

© Wolfgang Wittchen

Lausitz. Die seit Wochen anhaltende Hitzewelle hat keine Auswirkungen auf den Betrieb der Tagebaue und Kraftwerke der Leag. Das teilt deren Sprecherin Kathi Gerstner mit. Anders als bei Kraftwerken, die ihr Kühlwasser aus Oberflächengewässern entnehmen, nutzt das Unternehmen das in den Lausitzer Tagebauen geförderte Grubenwasser zur Kühlung der Braunkohlenkraftwerke in Boxberg, Schwarze Pumpe und Jänschwalde. „In jeder Sekunde werden 11,3 Kubikmeter Grubenwasser zur Freihaltung der Förderstätten gepumpt. Davon werden zehn Kubikmeter pro Sekunde in unseren Grubenwasserbehandlungsanlagen weitgehend von Eisen befreit“, informiert der Leiter Tagebauentwässerung, Dr. Stephan Fisch. Von diesem aufbereiteten Grubenwasser gehen rund fünf Kubikmeter pro Sekunde als Brauchwasser zur Kühlung an die Kraftwerke. Das Grubenwasser wird mit einer gleichbleibenden Temperatur von 10 bis 12 Grad Celsius in die Aufbereitungsanlagen geleitet.

Umlaufsystem mit Kühltürmen

Anders als die meisten Kernkraft- oder Steinkohlenkraftwerke verfügen die drei Braunkohlenkraftwerke in der Lausitz über ein Umlaufkühlsystem mit Kühltürmen. Sie verwenden das Kühlwasser mehrfach in einem Kreislauf. Somit haben die Braunkohlenkraftwerke auch bei lang anhaltend hohen Temperaturen keinen negativen Einfluss auf die Gewässer – und auch keine Einschränkungen in ihrer Fahrweise. Kernkraft- und Steinkohlenkraftwerke ohne Kühltürme entnehmen das durch die Hitze bereits erwärmte Wasser aus Oberflächengewässern für ihre Durchlaufkühlung. Nach der Nutzung geben sie es aufgewärmt wieder in die Gewässer zurück.

Gemeinsam mit den Talsperren und Speichern im Einzugsgebiet der Spree sorgt die Leag dafür, dass im Spreewald derzeit sechs bis sieben Kubikmeter Wasser pro Sekunde ankommen. „Bei einer Verdunstung von drei bis vier Kubikmetern pro Sekunde in dem 475 Quadratkilometer großen Biosphärenreservat ist klar, welche enorme Bedeutung diese Wasserzufuhr für den Spreewald und die weiteren Nutzer der Spree bis hin nach Berlin hat“, so Dr. Stephan Fisch. Die Wasserwirtschaft des Bergbaus gilt als stabiler Einleiter: Rund fünf Kubikmeter klares und kühles Wasser pro Sekunde leitet die Leag in die Spree und ihre direkten Nebenflüsse ein.

Leistung über Mittag gedrosselt

Zurzeit wird tagsüber sehr viel Sonnenstrom ins Netz eingespeist. Auf Anweisung des Übertragungsnetzbetreibers reduzieren die Braunkohlekraftwerke deshalb in den Mittagsstunden ihre Leistung um bis zu 2000 Megawatt. Mit sinkender Einspeisung von Solarstrom in den Abendstunden wird die Leistung dann wieder hoch gefahren. So reagiert die Leag flexibel auf die Anforderungen im Stromnetz. (red/ck)