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Freitag, 10.08.2018

Hitze bremst Hüpfburgen-Festival aus

Der Veranstalter rechnete mit Hunderten Besuchern auf dem Platz des Friedens in Freital. Doch das Wetter verhinderte das bisher.

Von Tobias Winzer

Derzeit kann Hüpfburgen-Chef William Köllner nicht viel tun, als auf kühleres Wetter zu warten.
Derzeit kann Hüpfburgen-Chef William Köllner nicht viel tun, als auf kühleres Wetter zu warten.

© Karl-Ludwig Oberthür

Freital. William Köllner hat sich das anders vorgestellt. Daraus macht er keinen Hehl. „Es ist einfach zu heiß“, sagt der 47-Jährige und lässt den Blick über den Platz des Friedens in Freital schweifen. 17 Hüpfburgen, mit denen Köllner im Sommer quer durch Ostdeutschland tourt, sind auf dem Gelände verteilt. Momentan sind sie jedoch nicht prall mit Luft gefüllt und laden zum Toben ein, sondern liegen unaufgeblasen da.

„Bei der Hitze hat es einfach keinen Sinn“, sagt Köllner. „Die Hüpfburgen heizen sich bei den Temperaturen zu sehr auf.“ Er hofft, dass er das Gelände am Freitag, wenn es etwas kühler werden soll, wieder öffnen kann. Bis zum Sonntag noch macht er mit seinen Hüpfburgen in Freital Station. Dann geht es weiter.

Doch nicht nur das Wetter macht dem Schausteller zu schaffen, sondern auch die Baustelle direkt vor dem Festgelände. Die Stadt Freital lässt derzeit die Asphaltdecke der Burgker Straße erneuern. Die Hauptverkehrsstraße ist deshalb in diesem Bereich gesperrt und der große Parkplatz am Platz des Friedens nicht erreichbar. „Das ist ein Riesenproblem“, sagt Köllner. „Wenn Besucher zu solchen Festivals kommen, wollen sie am liebsten direkt vor dem Gelände parken.“ Das ist in diesem Jahr nicht möglich. Der gebürtige Wittenberger hofft, dass am Freitag und am Wochenende trotzdem möglichst viele Besucher den kurzen Fußweg auf sich nehmen.

Denn zu bieten habe er einiges, sagt Köllner. Zu den Höhepunkten seiner Hüpfburgen-Sammlung zählt er ein zwölf Meter hohes Space Shuttle, eine aufblasbare Feuerwehr und eine Pirateninsel. Die meisten der Hüpfburgen können nicht nur von Kindern, sondern auch von Erwachsenen genutzt werden. Für die ganz kleinen Besucher bis zum Alter von sechs Jahren gibt es einen eigenen Bereich auf dem Gelände mit kleineren Burgen.

Köllner stammt eigentlich aus der Zirkusbranche und war früher als Artist tätig. „Das Reisen liegt uns im Blut“, sagt er. Weil das Zirkusgeschäft immer schwieriger werde, habe er nach einer Alternative gesucht. „Wir wollten etwas für Familien machen“, sagt er. Seit mittlerweile sechs Jahren ist Köllner im Hüpfburgen-Geschäft tätig. Freital ist in diesem Jahr zum dritten Mal Station der Tour. „Wir hatten hier immer sehr gute Besucherzahlen“, sagt Köllner.

Seine Hüpfburgen sind Unikate. Köllner lässt sie von einem Hersteller aus Baden-Württemberg nach seinen Vorstellungen herstellen. Für solche Exemplare, wie das riesige Space Shuttle, werden etwa 20 000 Euro fällig. „Wir achten darauf, dass wir immer relativ neue Hüpfburgen im Angebot haben“, sagt Köllner. Wenn er sich nach dem Ende dieser Saison im Oktober mit seinem Hersteller zusammensetzt, wollen sie an der nächsten Generation von Hüpfburgen arbeiten. Der Schausteller will mit sechs oder sieben neuen aufblasbaren Figuren eine Wasserwelt schaffen. Außerdem sollen die neuen Hüpfburgen interaktiver werden – mit Strecken, auf denen die Kinder um die Wette rennen und die Zeit nehmen können.

Doch zumindest im kommenden Jahr wird in Freital davon nichts zu sehen sein. Wie Köllner sagt, habe die Stadt den infrage kommenden Termin an einen anderen Veranstalter mit ähnlichem Konzept vergeben. „Aber 2020 kommen wir wieder.“

Die Öffnungszeiten der Jump City sind: Freitag von 14 bis 19 Uhr, Sonnabend und Sonntag ab 11 Uhr, ein Tagesticket kostet für Erwachsene vier Euro, für Kinder acht Euro.