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Mittwoch, 28.02.2018

Hilfe für die Feuerwehr

Die Kameraden aus Frankenthal brauchen dringend mehr Platz. Nun reagieren zwei Firmen auf eine Bitte des Gemeindewehrleiters.

Von Ingolf Reinsch

Für Gemeindewehrleiter Kay Winkler ist es „wie ein Fünfer im Lotto“, dass die Frankenthaler Wehr eine Doppelgarage gesponsert bekam.
Für Gemeindewehrleiter Kay Winkler ist es „wie ein Fünfer im Lotto“, dass die Frankenthaler Wehr eine Doppelgarage gesponsert bekam.

© Steffen Unger

Frankenthal. Am Frankenthaler Feuerwehrgerätehaus wurde jetzt angebaut. Ohne großes Aufsehen – und ohne Geld der Gemeinde. Es waren zwei Firmen aus dem Ort und der Nachbarstadt Großröhrsdorf, die es ermöglichten, hinterm Gerätehaus eine Doppelgarage aufzustellen. Spendiert und für die Feuerwehrleute kostenlos aufgebaut wurde sie von der Bretniger Firma Griesmann. Das dafür notwendige Fundament wurde als Sponsorenleistung von der Frankenthaler Firma Gebauer errichtet. Grund für Gemeindewehrleiter Kay Winkler, beiden Unternehmern und ihren Teams auch auf öffentlichem Weg, Danke zu sagen.

Weil die Feuerwehr mehr Platz braucht, hatte Kay Winkler in Bretnig angefragt, dort die Frankenthaler Wehr und ihre Arbeit vorgestellt – und offenbar überzeugt. „Schon lange sind wir an unseren Kapazitätsgrenzen angekommen. Größere An- oder Umbauten an ihren Gerätehäusern können sich kleine Gemeinden nicht leisten“, sagt der Wehrleiter. Doch wachsende Aufgaben für die freiwilligen Feuerwehren erfordern auch mehr Platz. Dazu gehört für die Frankenthaler nicht nur die rasche Hilfe bei Bränden, Unwettern oder Havarien, wo technische Leistungen erforderlich sind. Mit dem 2002 im Ort stationierten ABC-Erkundungswagen sind sie auch kreisweit im Einsatz.

Die Feuerwehrleute werden die Doppelgarage als Lager nutzen – für Ausrüstungsgegenstände, für ihre Feuerwehrkapelle und die alte Handdruckspritze, die jetzt noch im Schulungsraum steht. Für Kay Winkler und seine Kameraden ist die gesponserte Garage „wie ein Fünfer im Lotto“, sagt er. „Wir sind glücklich und dankbar, dass es in diesen finanziell schwierigen Zeiten immer noch Unternehmen gibt, die die Arbeit der Feuerwehr uneigennützig unterstützen und wünschen den Firmen und ihren Chefs persönlich und beruflich alles Gute“, so der Wehrleiter.

33 Einsätze im Jahr 2017
Die ehrenamtlichen Brandschützer der kleinsten Gemeinde Sachsens waren im vergangenen Jahr 33-mal im Einsatz. Allein 13 Einsätze gab es im Juni in Folge eines Unwetters. Darüber hinaus wurden die Feuerwehrleute unter anderem gerufen, um einen Skiläufer zu retten, einen Kellerbrand im ehemaligen Sägewerk des Großharthauer Ortsteil Bühlau zu löschen und einen vermissten Hund zu suchen. Mehrmals mussten sie mit zum Barockschloss Rammenau, zum Großharthauer Seniorenwohnhaus und einmal zur Schmiedefelder Firma Nirosan ausrücken, weil dort die Brandmeldeanlagen Alarm ausgelöst hatten – zum Glück war es jedes Mal nur Fehlalarm. Im Bericht der ABC-Gruppe auf der kürzlichen Jahreshauptversammlung wurde deutlich, wie wichtig der Erkundungskraftwagen nicht nur für den Landkreis, sondern auch im Gemeindegebiet ist. Allein der Allradantrieb nutzte der Wehr bei zwei Schnee-Einsätzen im Januar 2017. Sechsmal war der ABC-Erkundungstrupp im vergangenen Jahr im Einsatz. Ihm gehören zurzeit zehn Mitglieder an, davon eine Frau. – Zur Frankenthaler Feuerwehr-Jahresbilanz gehört aber auch die Feuerwehrkapelle. Sie absolvierte 23 Auftritte und 15 Proben. Dabei wurden die Musiker teilweisen von zwei Schlagzeugern und einem Trompeter unterstützt. Eine Premiere feierte man in Kirschau, wo es den ersten Auftritt als Marschkapelle gab.