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Hier wird es für Autofahrer gefährlich

In Freital gibt es laut einer aktuellen Statistik drei neue Unfallschwerpunkte. Wie sollen sie entschärft werden?

10.10.2018
Von Tobias Winzer

 es für Autofahrer gefährlich
In der sogenannten Friedhofskurve gibt es immer wieder Unfälle – wie hier im März 2018. In dem Fall wurde die Fahrerin des Wagens verletzt. Um die Kurve sicherer zu machen, ist in der Vergangenheit bereits einiges getan worden. Nun gibt es einen neuen Plan.

© Roland Halkasch

Freital. Wenn es in Freital kracht, dann ist das ein Fall für die Unfallkommission. Die Gruppe, in der Vertreter des Straßenverkehrsamtes, der Polizei und des Straßenbauamtes sitzen, analysiert jedes Jahr, auf welchen Straßen und Kreuzungen es auffällig viele Unfälle gegeben hat und wie die Gefahr dort beseitigt werden kann.

Als Unfallhäufungsstellen gelten dabei alle Orte, an denen es binnen eines Jahres fünf Unfälle gleichen Typs gegeben hat oder an denen es in drei Jahren fünf Unfälle mit Verletzten und Toten gab. Wie die aktuellen Zahlen verraten, gibt es in Freital drei neue Stellen, an denen es besonders häufig kracht. Berücksichtigt werden dabei Unfälle, die bis 2017 passiert sind.

Problemstelle 1: Neuer Asphalt soll Friedhofskurve sicherer machenUnter Freitalern gilt sie schon lange als berüchtigter Unfallschwerpunkt, doch nun taucht die sogenannte Friedhofskurve auf der Wilsdruffer Straße auch zum ersten Mal in der Statistik der Unfallkommission auf. Das liegt daran, weil hier immer Unfallzahlen aus der Vergangenheit und über einen längeren Zeitraum analysiert werden. Die gefühlte Gefährlichkeit der Kurve ist nun auch statistisch belegt. Den Zahlen zufolge gab es hier sechs Unfälle mit Verletzten innerhalb von drei Jahren und dabei insgesamt zwei Schwer- und fünf Leichtverletzte. Fünf der sechs Unfälle passierten auf der Spur bergab.

Um die Zahl der Unfälle zu minimieren, wurde die Stelle bereits in der Vergangenheit zusätzlich gesichert. Es gibt eine warnende Beschilderung, sogenannte Kurvenleitmale und eine Warnblinktafel. Wie die Stadt nun mitteilt, ist 2019 eine Sanierung der Asphaltschicht in dem Kurvenbereich geplant, um angesichts der hohen Verkehrsbelastung einen guten Zustand der Straße zu erhalten.

Problemstelle 2: Ampel an gefährlicher Kreuzung soll länger in Betrieb bleibenZu den neuen Unfallschwerpunkten im Freitaler Stadtgebiet gehört auch die Kreuzung Wilsdruffer Straße/Burgwartstraße in der Nähe des Cafés Positano. Sechs Unfälle mit Verletzten innerhalb von drei Jahren wurden an der Stelle verzeichnet. Insgesamt gab es dabei einen Schwer- und sieben Leichtverletzte. Unfälle gab es vor allem beim Abbiegen oder wegen des Missachtens der Vorfahrt.

Da drei der sechs Unfälle passierten, als die dortige Ampel regulär außer Betrieb war, sollen nun die Betriebszeiten der Ampel verändert werden, teilt die Stadt mit. Sie sollen verlängert und an die Öffnungszeiten der dortigen Geschäfte angepasst werden. Die genaue Justierung soll in den kommenden Wochen erfolgen.

Problemstelle 3: Vielbefahrene Kreuzung weiter unter BeobachtungDie Kreuzung Dresdner Straße/Poisentalstraße gehört zu den Verkehrsknotenpunkten in Freital – und leider auch zu den Unfallschwerpunkten. Neun Unfälle innerhalb des Jahres 2017, davon vier mit verletzten Personen, sind hier zu verzeichnen. Insgesamt ein Schwer- und vier Leichtverletzte gab es bei den Unfall. Die Mehrzahl der Unfälle passierte im normalen, rollenden Verkehr und waren zum Beispiel Auffahrunfälle. Ein Patentrezept, wie die Kreuzung entschärft werden kann, gibt es bislang nicht. „Aufgrund der Komplexität und der großen Verkehrsbelegung der Kreuzung sowie den unterschiedlichen Unfallverläufen gibt es derzeit keine Lösung. Die Ampel läuft bereits 24 Stunden“, so Rathaussprecher Matthias Weigel. Die Stadt werde die Beschilderung und die Markierungen nochmals prüfen und die Stelle weiter beobachten.

Der Spezialfall: Besonders viele Unfälle an unübersichtlicher Kreuzung

Akut gefährlich scheint die Lage an der Kreuzung Steigerstraße mit der Dresdner Landstraße, die von Freital nach Bannewitz führt. Zusätzlich führt hier die Steinbruchstraße auf die Hauptstraße. Es handelt sich also um eine Dreifachkreuzung. Wegen der eingangs beschriebenen Kriterien ist die genannte Stelle zwar statistisch gesehen noch kein Unfallschwerpunkt, aber allein in den ersten vier Monaten dieses Jahres gab es hier fünf Unfälle – vor allem, weil die Vorfahrt an der Kreuzung missachtet wurde.

Gemeinsam mit dem Landratsamt, das für die Dresdner Landstraße als Kreisstraße zuständig ist, wird die Kommission nun prüfen, welche Maßnahmen zur Unfallvermeidung sinnvoll wären. An der Steinbruchstraße könnte ein zusätzlicher Hinweis „Vorfahrt gewähren“ angebracht werden, so die Stadt.

Unter Beobachtung: Weiter Unfälle trotz moderner Ampeltechnik

Weiter unter Beobachtung hat die Unfallkommission der Stadt Freital die Kreuzung Carl-Thieme-/Oberpesterwitzer Straße. Die Stelle galt in der zuletzt als Unfallschwerpunkt. Nachdem die Ampeln auf moderne LED-Technik umgerüstet wurden und damit besser sichtbar waren, schien das Problem gelöst. Nun sei es 2017 wieder zu Unfällen gekommen, so die Stadt. Man könne jedoch keine einheitliche Ursache ausmachen. Die Stelle muss weiter beobachtet werden.

Das gilt auch für die ehemaligen Unfallhäufungsstellen Kreuzung Dresdner Straße/Oberpesterwitzer Straße und Kreuzung Dresdner Straße/Schachtstraße.

Die ehemaligen Unfallschwerpunkte Kreuzung Dresdner Straße/Krönertstraße, Kreuzung Poisentalstraße/Am Hexenberg sowie Kreuzung Dresdner Straße/Lutherstraße werden hingegen nicht weiter beobachtet. Hier gab es in der jüngeren Vergangenheit keine Unfallhäufungen mehr.