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Mittwoch, 16.05.2018

Hier geht’s bald sicher über die B 170

In Bannewitz wird eine Busbucht und Mittelinsel gebaut. Raser könnte dort künftig auch ein neuer Blitzer ausbremsen.

Von Verena Schulenburg

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An dieser Stelle der Bundesstraße B170 wird ab Juni gebaut.
An dieser Stelle der Bundesstraße B 170 wird ab Juni gebaut.

© Andreas Weihs

  • An dieser Stelle der Bundesstraße B170 wird ab Juni gebaut.
    An dieser Stelle der Bundesstraße B 170 wird ab Juni gebaut.

Bannewitz. Wer achtsam entlang der B 170 fährt, dem sind die gerodeten Büsche und Bäume am Straßenrand in Höhe des Käferberges schon aufgefallen. Anfang des Jahres bereits ließ die Bannewitzer Rathausspitze das wilde Grün vor Ort beseitigen, um Platz für ein jetzt anstehendes Bauprojekt zu schaffen. Gegenüber dem großen Wohngebiet am Käferberg soll in den kommenden Monaten eine neue Busbucht errichtet werden. Diese entsteht unmittelbar an der Bundesstraße in Fahrtrichtung Possendorf.

Während auf dem Weg nach Dresden der Linienverkehr bereits die Möglichkeit hat, in einer Straßenbucht unmittelbar am Wohngebiet zu halten, fehlt eine solche Option bisher in besagte andere Richtung. Die Busse halten stattdessen versetzt an der Käferbergstraße, praktisch in der Zufahrt zur Siedlung. Dort stehen die Linien aber mitten auf der Straße. Der Gehweg ist zudem schmal, auf dem allmorgendlich die Schulkinder stehen und auf den Bus warten. Auch ein Unterstand fehlt. Hinzu kommt, dass der Linienverkehr von Dresden umständlich in das Wohngebiet einbiegen, eine Runde in der Siedlung drehen und dort halten muss, um dann wieder in die B 170 einzubiegen und nach Possendorf weiterzufahren.

Mit der neuen Busbucht an der Bundesstraße entfällt künftig diese Extrarunde. „Das hat Vorteile für alle“, erklärt Markus Kirchner, Bauamtschef der Gemeinde Bannewitz. Der Linienverkehr spare damit Zeit, die Schüler warten sicher und trocken auf ihren Bus und auch für Anwohner des Käferberges und den kommunalen Bauhof bringe es Entlastung. Wegen der Wendeschleife des Busses gelte bisher an den betreffenden Straßen im Wohngebiet ein Parkverbot. Wenn dies aufgehoben würde, schaffe es auch mehr Platz für die Anwohner. Außerdem bedeute der Linienverkehr in der Siedlung einen erheblichen Aufwand für den Winterdienst der Gemeinde. Auch diese Situation würde sich mit der Neuerung entspannen.

Mit der zusätzlichen Busbucht inklusive Unterstand in Possendorfer Fahrtrichtung ist es nicht getan. Damit Fahrgäste die neue Haltestelle im Ortsteil Hänichen sicher erreichen, ist eine Mittelinsel auf der B 170 geplant – genau dort, wo sich derzeit zwischen beiden Fahrspuren eine Sperrfläche befindet. Außerdem will die Rathausspitze an die neue Busbucht anschließend einen neuen 2,50 Meter breiten Geh- und Radweg bauen, der von der Bundesstraße abwendend in Richtung Bahndamm führt. Damit soll eine wichtige Verbindung für den Radverkehr an die bereits bestehende Radpiste am Bahndamm geschlossen werden. Hier können Radfahrer bereits durchgehend bis zur Windbergstraße in Bannewitz radeln. Die neue Radweganbindung soll perspektivisch auch in anderer Richtung durch das Wohngebiet am Käferberg bis zur Windmühlenhöhe in Possendorf fortgesetzt werden. Nicht nur für Erholungssuchende wird der Lückenschluss im Radwegenetz eine Erleichterung darstellen. Vor allem viele Anwohner des Käferberges, darunter auch Kinder und Jugendliche, sollen so künftig mit dem Rad wesentlich sicherer die vielbefahrene Bundesstraße queren und damit auch besser zur Bannewitzer Grund- und Oberschule „Am Marienschacht“ gelangen können.

Damit der Überweg zur neuen Busbucht nicht zur Gefahr wird, behält sich der Landkreis vor, dort einen weiteren Blitzer zu errichten. Während auf dem Käferberg in Fahrtrichtung Dresden bereits ein Blitzer Raser ins Visier nimmt, kommen zu schnell Fahrende in entgegengesetzter Richtung bisher unbescholten davon. Möglich, dass dies nicht so bleibt. Gegenwärtig werden bauliche Vorbereitungen für einen neuen Blitzer in Fahrtrichtung Possendorf getroffen, wie Steffen Klemt, Amtsleiter für Sicherheit und Ordnung am Pirnaer Landratsamt, sagt. „Damit entfallen erforderliche umfängliche bauliche Eingriffe für den Fall, dass an diesem Standort eine stationäre Messanlage errichtet wird“, erklärt er. Konkrete Planungen lägen noch nicht vor.

Ab Juni sollen vorerst die Arbeiten an der neuen Busbucht auf der B 170 starten. Eine Fertigstellung ist für August geplant. Der Verkehr wird währenddessen zwar an der Baustelle vorbeigeführt. Auto- und Lasterfahrer werden sich während der Bauphase aber auf Behinderungen einstellen müssen. Vor allem, wenn die neue Mittelinsel auf der Bundesstraße gebaut wird, müsse der Verkehr voraussichtlich per Ampel halbseitig an der Baustelle vorbeigeführt werden, erklärt Kirchner. Wann genau das passiere, wolle die Verwaltung aber noch rechtzeitig bekannt gegeben. Die Kosten für das Projekt betragen rund 135 000 Euro, wobei Förder- und Drittmittel in Höhe von 117 000 Euro eingeplant sind. Diese kommen vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr und dem Verkehrsverbund Oberelbe.