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Freitag, 01.06.2018

Heruntergelassene Rollläden sind eine Einladung

Von Sabine Meuter

Man stelle sich vor: Man sitzt am Strand, und das Telefon klingelt. Die Polizei ist dran. Einbrecher haben das Zuhause verwüstet. Der schönste Urlaub ist dann ruiniert. Das Dumme an der Sache: Allzu oft laden Urlauber die Verbrecher sogar ein.

Woran erkennen Einbrecher, dass mein Haus ein guter Ort für den Einbruch ist?

Es gibt ganz große Fehler, die Sie machen können – nämlich kein sicherheitsbewusstes Verhalten an den Tag zu legen. Wenn man etwa Hinweise auf Abwesenheit gibt wie überquellende Briefkästen oder die tagsüber verschlossenen Rollläden. Das sind letztlich alles Signale und Einladungen. Auch eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter oder in den sozialen Netzwerken, dass man im Urlaub ist, zählt dazu. Oder der Abwesenheitsassistenz des E-Mail-Programms und das Kofferschild. Bei Letzterem gilt der Tipp, dass man die Adresse verdeckt am Gepäckstück anbringen sollte.

Sind Menschen ohne größere Wertgegenstände weniger gefährdet?

Das ist der größte Irrtum, dem die Menschen unterliegen. Denn es kann bei jedem was abhandenkommen – und zwar zuallererst das Sicherheitsgefühl. Untersuchungen haben ergeben, dass fast jedes vierte Opfer eines Wohnungseinbruchs sich anschließend mit dem Gedanken eines Umzugs trägt, weil das Unwohlsein-Gefühl so groß geworden ist. Aber die wenigsten können sich das finanziell auch leisten. Und sie müssen bedenken: Es werden häufig auch persönliche Erinnerungen gestohlen, die von einer Versicherung nicht ersetzbar sind, weil sie einen emotionalen Wert haben. So etwas ist unwiederbringbar weg.

Wie kann ich mich auf die Schnelle etwas besser schützen?

Zunächst gilt es, eben keine Hinweise auf Abwesenheit zu geben. Man kann Nachbarn bitten, den Briefkasten zu leeren, die Rollläden abends zu schließen und morgens zu öffnen. Wer dafür niemanden hat, kann eine Anwesenheitssimulation mit einer Zeitschaltuhr einrichten. Damit der Briefkasten nicht überquillt, kann man auch einen Lagerservice beauftragen.

Stimmt es, dass Einbrecher vor allem die Ferienzeit ausnutzen?

Diesen Zusammenhang können wir nicht herstellen. Entgegen der landläufigen Meinung erfolgen Einbrüche häufig zur Tageszeit, während einer kurzen Abwesenheit des Bewohners, so etwa zur Schul-, Arbeits- und Einkaufszeit, am frühen Abend oder an den Wochenenden. Wir raten, unabhängig von der Urlaubszeit, zu einer richtigen Sicherung der Wohnung oder des Hauses. Das heißt, zu einer optimal aufeinander abgestimmten mechanischen und elektronischen Sicherungstechnik sowie einem sicherheitsbewussten Verhalten. Interessierte können sich auf der Webseite der Polizei www.k-einbruch.de informieren. Dort bekommen sie produktneutrale Hinweise. Darüber hinaus gibt es die kostenlosen kriminalpolizeilichen Beratungsstellen in fast allen größeren Städten.

Mieter können nicht einfach nachrüsten. Was sollten sie tun?

Der Mieter braucht die Zustimmung des Eigentümers. Vermieter müssen erkennen, dass es zur Attraktivität eines Mietobjektes beiträgt, nicht nur Tageslichtbad oder eine Einbauküche zu vermieten, sondern auch Sicherheit. Deshalb sollte mit dem Vermieter darüber gesprochen werden.

(dpa)

Das Gespräch führte Simone Andrea Mayer.