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Freitag, 10.08.2018

Herrin zweier Burgen

Vor einem Jahr übernahm Susanne Tiesler die Leitung auf Kriebstein und Mildenstein. Jetzt zieht sie eine erste Bilanz.

Von Tim Blumenstein

Schlossleiterin Susanne Tiesler zeigt die aktuelle Sonderausstellung auf Burg Kriebstein. Noch bis zum 31. Oktober kann man dort das alte Gemäuer aus unterschiedlichen Blickwinkeln bewundern. Ausgestellt werden Gemälde, Fotografien und Postkarten aus unterschiedlichen Epochen.
Schlossleiterin Susanne Tiesler zeigt die aktuelle Sonderausstellung auf Burg Kriebstein. Noch bis zum 31. Oktober kann man dort das alte Gemäuer aus unterschiedlichen Blickwinkeln bewundern. Ausgestellt werden Gemälde, Fotografien und Postkarten aus unterschiedlichen Epochen.

© Dietmar Thomas

Region Döbeln. Die Spuren der letzten Veranstaltung sind auf Burg Kriebstein noch deutlich zu erkennen: Am alten Gemäuer säumen mit Märchenfiguren bestickte Vorhänge den Burghof und sogar Rapunzels blonder Zopf hängt noch von einem der Fenster herunter. Es scheint eindeutig, was hier an dem Juli-Wochenende gefeiert wurde – die Burg der Märchen. Bereits zum 21. Mal lud Sachsens schönste Ritterburg seine Besucher ein, in das Land der Fabelwesen abzutauchen (DA berichtete).

Dabei ist die Burg der Märchen nur ein kleiner Teil des weitaus umfangreicheren Veranstaltungsangebots, das jährlich tausende Besucher auf Burg Kriebstein lockt. Allein am vergangenen Wochenende waren es knapp 1600 Interessierte, die das Märchenspektakel besuchten. „Unsere Angebot hat für jeden etwas zu bieten“, sagt Susanne Tiesler. Seit nunmehr über einem Jahr ist sie als Schlossleiterin für die Planung und Organisation auf Burg Kriebstein verantwortlich. Doch nicht nur dort – auch auf Burg Mildenstein ist sie federführend. „Das war am Anfang schon eine gewisse Herausforderung, beide Burgen unter einen Hut zu bekommen“, resümiert Tiesler ihre erste Zeit als Schlossleiterin. „Doch ich fühle mich in der neuen Rolle persönlich sehr wohl. Es macht unheimlich viel Spaß, jeden Tag neue Dinge kennenzulernen – besonders auch auf Burg Mildenstein.“

Denn auf Kriebstein kennt sich die langjährige Mitarbeiterin der Marketingabteilung bereits bestens aus. So weiß sie genau, was den speziellen Charme der mehr als 600 Jahre alten Burg ausmacht und was die Besucher besonders an ihr schätzen. „Es freut mich immer sehr, wenn ich im Gästebuch lese, dass so mancher Besucher am liebsten sofort hier einziehen würde“, erzählt Tiesler. Jetzt einfach alles zugunsten eines neuen Konzeptes über den Haufen zu werfen, kommt für sie deshalb nicht infrage. Viel mehr soll es darum gehen, Altbewährtes beizubehalten und Schritt für Schritt das Programm beider Burgen aufeinander abzustimmen. „Wir befinden uns gerade am Anfang eines längeren Prozesses. Natürlich wollen wir das Programm stückweise erneuern und damit für frischen Wind sorgen, doch das braucht ein wenig Zeit“, so Tiesler. Besonders im Fokus steht dabei das Schärfen der jeweiligen Burgprofile – denn Burg ist natürlich nicht gleich Burg. Während Kriebstein als authentisch hergerichtete Ritterburg viele unterschiedliche Interessierte anlockt, ist das Angebot in Mildenstein besonders für Familien und Kinder konzipiert. So hofft Tiesler, zum Beispiel mit speziellen auf Familien zugeschnittenen Führungen für Besucherzuwachs auf Mildenstein zu sorgen.

Im Zusammenspiel beider Objekte ziehen alle Beteiligten an einem Strang. „Bei der Organisation arbeiten wir auf beiden Burgen eng zusammen“, erklärt Tiesler. So könne besser sichergestellt werden, dass die Planung reibungslos funktioniert. Auch bei privaten Veranstaltungen wie Trauungen oder Familienfeiern möchte man damit für einen besonderen Service sorgen: „Uns ist wichtig, dass sich die Gäste rundum wohlfühlen, deshalb ist bei privaten Feiern immer jemand aus dem Team vor Ort“, so Tiesler. Bei knapp 50 Trauungen auf Kriebstein und jeweils 20 bis 30 privaten Feiern auf beiden Burgen kommt da pro Jahr einiges zusammen.

Alles in allem fällt das Resümee nach knapp über einem Jahr als Schlossleiterin durchweg positiv aus: „Es liegt natürlich noch ein bisschen Arbeit vor uns, doch wir schauen optimistisch in die Zukunft“, sagt Tiesler . Wer selbst einmal eine der Burgen erkunden möchte, findet dazu dieses Jahr noch einige Gelegenheiten.