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Donnerstag, 09.08.2018

Heimat auf dem Teller

Die Kalifornierin Mayra Castillo hat ein Café in der Neustadt eröffnet. Dort lernt eine Sächsin die amerikanische Küche kennen.

Von Sarah Herrmann

Mayra Castillo hat ihr neues Café Nosh auf dem Bischofsweg selber umgebaut. Auch der Tresen ist eine Eigenkreation. Über diesen reicht die Kalifornierin Speisen aus der Heimat.
Mayra Castillo hat ihr neues Café Nosh auf dem Bischofsweg selber umgebaut. Auch der Tresen ist eine Eigenkreation. Über diesen reicht die Kalifornierin Speisen aus der Heimat.

© M. Doering

Burger und Pommes sucht man auf der Speisekarte des „Nosh“ vergeblich. Die haben dort auch nichts zu suchen, findet Inhaberin Mayra Castillo. Nicht nur, weil „Nosh“ übersetzt Häppchen heißt und Burger und Pommes als solche nicht durchgehen. Die Kalifornierin will zeigen, dass amerikanische Küche nicht nur aus Fast Food besteht. Das bringt sie im Café auf dem Bischofsweg auch einer Sächsin bei.

Denn die Konditorin Daniela Oehme aus Dippoldiswalde ist ebenfalls Teil des Teams. Beide haben sich beim Job in einem Dresdner Café kennengelernt und nun vor Kurzem den gemeinsamen Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Seitdem hantieren sie gemeinsam mit den Gewürzen, Castillo zeigt, wie amerikanische Küche funktioniert. „Ich bin froh, dass wir das zusammen machen. Daniela versteht meine Vision“, sagt die Betreiberin. Einfache Küche mit guten Zutaten solle es sein. Neben Frühstück, Sandwiches und Salaten gibt es auch süßere Leckereien. Jeden Tag werden frische Scones, Cookies und Muffins gebacken. Zudem können Gäste aus verschiedenen Kuchen wählen – mindestens einer ist glutenfrei. Auch hausgemachte Limonaden und Eistees serviert die Gastronomin.

Viele der Speisen sind asiatisch oder mexikanisch gewürzt. „Das verwundert einige“, sagt Castillo. „Aber in San Francisco leben viele Menschen unterschiedlicher Kulturen, die auch ihre Küche in die Stadt gebracht haben.“ Asiatisch und mexikanisch steht deshalb regelmäßig auf dem Speiseplan der Kalifornier. Die Gastronomin muss es wissen. Sie ist nicht nur an der Westküste aufgewachsen, sondern hat auch dort viele Jahre in der Gastronomie gearbeitet. Nach einer Ausbildung zur Köchin führte sie verschiedene Restaurants.

Vor zwei Jahren zog Castillo dann nach Dresden und verliebte sich prompt in die Stadt. Das Gebäude auf dem Bischofsweg kennt sie schon von damals. Denn sie jobbte in dem Weinlokal, das dort zuvor untergebracht war. Später eröffnete die Amerikanerin eine Pop-up-Weinbar. Bei Pop-up-Restaurants und -bars ziehen Gastronomen mit ihrem Konzept nur für kurze Zeit bei Kollegen aus der Branche ein, bevor sie nach einigen Monaten wieder schließen. In dieser Zeit testete Castillo die Selbstständigkeit schon einmal.

Nun hat sie ihren Traum endgültig wahr gemacht und führt ihr eigenes Café . Das bleibt diesmal hoffentlich länger geöffnet als nur wenige Monate.